Ratenkredite Verbraucherschützer warnen vor Null-Prozent-Finanzierung

Teures Nachspiel beim Warenkauf: Null-Prozent-Finanzierungen ziehen oft hohe Kosten nach sich, warnen Verbraucherschützer. Häufig fehle der Hinweis in der Werbung.


Düsseldorf - "Jetzt mit Null Prozent finanzieren!" - was bei der Kreditwerbung verlockend klingt, kann teure Folgen haben. Darauf hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Mittwoch aufmerksam gemacht.

Die Experten warnen vor sogenannten Null-Prozent-Finanzierungen in Elektromärkten, Baumarktketten, Möbel- und Warenhäusern. Bei einer Untersuchung solcher Ratenkredit-Angebote stießen Tester in vielen Fällen auf Gebühren, die den Zinssatz von angeblich 0,0 Prozent kräftig in die Höhe trieben.

Bei Ikea etwa fiel demnach eine einmalige Kontoführungsgebühr an - je nach Laufzeit des Ratenkredits konnte sie 19 bis 39 Euro betragen. Im schlechtesten Fall erhöhte sich der effektive Jahreszins damit auf 4,75 Prozent, erklärten die Verbraucherschützer. Rewe verlangte demnach eine Bearbeitungsgebühr von neun Euro, die aus null Prozent einen ähnlich hohen Zinssatz wie bei Ikea machte.

Die Juristin der Verbraucherzentrale, Birgit Höltgen, kritisierte Unternehmen, die den Effektivzins in ihrer Werbung für Kredite nicht nennen. "Wer einen Kredit bewirbt, muss stets die Gesamtkosten des Darlehens angeben", erklärte sie. Dies sei gesetzlich vorgeschrieben.

Der Test der Verbraucherschützer ergab zudem, dass viele Firmen in ihrer Reklame nicht darauf hinwiesen, dass Kunden eine Bonitätsprüfung bestehen müssen. Falle diese nicht positiv aus, habe der Kunde keinen Anspruch auf einen Ratenkredit.

yes/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.