Reaktion der Märkte Dax stürzt ab – Ölpreis überspringt erstmals seit 2014 Marke von 100 Dollar

Die russische Invasion in die Ukraine sorgt für Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten. An den Börsen gibt es deutliche Verluste, in Moskau wird gar zwischenzeitlich der Handel ausgesetzt.
Börsentafel in Frankfurt

Börsentafel in Frankfurt

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Russlands Angriff auf die Ukraine hat den Dax am Donnerstag auf Talfahrt geschickt und unter 14.000 Punkte gedrückt. »Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden. Es herrscht Krieg in Europa«, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners in Frankfurt. Dabei treffe die russische Invasion die Börsen zwar nicht unvorbereitet, »trotzdem laufen Schockwellen durch die Kapitalmärkte«.

Kurz nach dem Handelsstart brach der deutsche Leitindex um 4,35 Prozent auf 13.995 Punkte ein. Auf etwa diesem Stand hatte sich der Dax zuletzt vor etwas mehr als einem Jahr gezeigt.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 2,68 Prozent auf 31.031 Punkte ein. Europaweit eröffneten die Börsen ebenfalls mit starken Verlusten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 4,29 Prozent auf 3802 Punkte nach. In Asien standen die Aktienmärkte angesichts der russischen Invasion der Ukraine ebenfalls unter Druck. Der Ölpreis der Sorte Brent aus der Nordsee übersprang am Donnerstagmorgen erstmals seit siebeneinhalb Jahren die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar.

Russische Zentralbank will »Lage stabilisieren«

Der russische RTS-Index brach kurz nach dem Handelsstart um ein Fünftel auf 966 Punkte ein. Binnen sechs Handelstagen summieren sich die Verluste nun auf mehr als ein Drittel. Am Morgen war der Handel zunächst ausgesetzt worden und dann verspätet gestartet.

Die russische Zentralbank hat nach eigenen Angaben mit »Interventionen« begonnen, um die »Lage zu stabilisieren«. Die Maßnahmen hätten zudem das Ziel, die russischen Banken angesichts weiterer Sanktionen des Westens mit Liquidität zu versorgen, teilte die Zentralbank mit. Die Währung des Landes, der Rubel, stürzte um neun Prozent ab und damit auf ein historisches Tief.

Die Zentralbank in Moskau versicherte, sie werde die Finanzstabilität des Landes und die Geschäfte der Finanzinstitutionen »mit allen nötigen Instrumenten« aufrecht erhalten. Sie habe »klare Aktionspläne für jedes Szenario«.

Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin den Angriff der Ostukraine offiziell angeordnet. US-Präsident Joe Biden, die westlichen Verbündeten und die Nato verurteilten Putins Vorgehen scharf und kündigten weitere Sanktionen an. Russland hat nach den Worten von Biden »vorsätzlich« einen »Krieg« gegen die Ukraine begonnen.

hej/AFP/dpa
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