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26. Januar 2007, 18:37 Uhr

Reaktion auf Studie

CDU will Ein-Euro-Jobs abschaffen

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs gefordert. Der Politiker reagierte damit auf eine Studie, wonach die Billigarbeitskräfte reguläre Jobs vernichten. Die Ein-Euro-Jobs seien "eine Zumutung für Arbeitslose und Steuerzahler".

Berlin – Eine heute veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hatte gezeigt, dass die Ein-Euro-Jobs nur selten eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt sind. Stattdessen würden Ein-Euro-Jobber oft als Ersatz für reguläre Arbeitnehmer beschäftigt. Im vergangenen Jahr arbeiteten mehrere hunderttausend Hartz-IV-Bezieher in einem gemeinnützigen Ein-Euro-Job.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla: Die Koalition soll nun ein besseres Arbeitsmarktinstrument entwickeln
AP

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla: Die Koalition soll nun ein besseres Arbeitsmarktinstrument entwickeln

Pofalla forderte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) auf, gemeinsam mit der Union an "echten Perspektiven für Arbeitslose zu arbeiten". Die Ein-Euro-Jobs seien ein "Arbeitsmarktinstrument, das Arbeitsplätze vernichtet statt schafft".

Mit den auf sechs Monate befristeten Ein-Euro-Jobs sollen Langzeitarbeitslose an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Zudem soll ihre Arbeitsbereitschaft auf die Probe gestellt werden, um ihnen bei Ablehnung eines Angebots die staatlichen Zahlungen zu kürzen. Im vorigen Jahr nahmen mehr als 700.000 Bezieher von Arbeitslosengeld II einen Ein-Euro-Job auf.

wal/Reuters

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