Reaktionen "Scheitern der Verhandlungen ist eine Katastrophe"

Börsenhändler reagierten schockiert auf das Scheitern der Verhandlungen zwischen BMW und Alchemy. Findet BMW nicht schnell einen neuen Käufer für Rover, so könnte die Aktie weiter abstürzen, sagen Marktteilnehmer.


Frankfurt am Main - Der Börsenkurs von BMW brach zunächst um fast neun Prozent ein, erholte sich dann aber wieder auf ein Minus von knapp fünf Prozent. Die gescheiterten Verhandlungen mit Alchemy seien eine Katastrophe, meint ein Händler. Damit habe BWM weiterhin Rover "an der Backe" und dies wolle keiner. Wahrscheinlich habe die britische Regierung Druck auf Alchemy ausgeübt, heißt es.

Für Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, ist der Abbruch der Verhandlungen eine "Riesenüberraschung". Dabei sei die Ausgangsposition für Alchemy sehr günstig gewesen, da BMW finanziell für hohe Übernahmekosten vorgesorgt habe. Nun sei BMW in Zugzwang. Seiner Meinung nach bleiben BMW nun drei Möglichkeiten. Erstens wäre es möglich, wieder Verhandlungen mit der Phoenix-Gruppe zu beginnen. Bisherigen Kommentaren des BMW-Vorstands zufolge sei dies jedoch nie als ernsthafte Alternative in Betracht gekommen.

Die zweite Möglichkeit sei die Schließung von Rover-Betriebsstätten, so Pieper. Damit müsste BMW sich jedoch selbst "die Finger dreckig" machen und ein solcher Schritt gehe zu Lasten des Images. Die dritte Alternative sei die Weiterführung von Rover, was allerdings eine erneute Kehrtwende in der Unternehmenspolitik bedeute und somit Anlegern schwer zu vermitteln sei. Sollte sich für Rover jedoch keine Lösung abzeichnen, so sieht Pieper ein weiteres Absinken des BMW-Kurses.

Auto-Analyst John Lawson von Salomon Smith Barney hält es für nicht ausgeschlossen, dass BMW nun Rover ganz schließen könnte. "Das könnte zwei Dinge bedeuten: BMW ist übergegangen zu Plan B und schließt Rover selbst. Oder es gibt einen anderen Handel, den sie eingehen möchten", sagte Lawson zu den gescheiterten Gesprächen mit Alchemy.



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