Reges Kaufinteresse Holtzbrinck und Thalia liebäugeln mit Weltbild-Verlag
Frankfurt am Main/Düsseldorf - Holtzbrinck macht keinen Hehl aus dem Interesse an Weltbild: "Wir werden sicherlich eine Offerte erwägen", sagte Jochen Gutbrod, der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Holtzbrinck dürfte sich dem Blatt zufolge vor allem für den niederländischen Online-Buchversender bol.com und den Buchverlag Droemer Knaur interessieren. Beide Unternehmen gehören Holtzbrinck und Weltbild gemeinsam.
Nach Informationen des "Handelsblatts" ist auch die Douglas-Tochter Thalia an einem Einstieg bei Weltbild interessiert. Das Unternehmen wollte dies dem Blatt gegenüber aber nicht kommentieren.
Weltbild hatte am Wochenende bestätigt, die Gesellschafterstruktur der Verlagsgruppe verändern und erweitern zu wollen, um ein "weiteres langfristiges und kontinuierliches Wachstum" zu garantieren. Kurzfristig seien aber keine Ergebnisse zu erwarten. Von einer "Zerschlagung des Konzerns" oder einem Verkauf von Töchtern könne zudem keine Rede sein, sagte eine Verlagssprecherin. Weltbild ist bislang im Besitz der 14 katholischen Bistümer in Deutschland und der Soldatenseelsorge.
Weltbild beschäftigt nach eigenen Angaben 7400 Mitarbeiter. Das vergangene Geschäftsjahr 2007/08, das am 30. Juni endete, schloss die Gruppe mit einem Umsatzsprung um 21 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro ab.
Der Verlag ist gerade dabei, ein neues, gemeinsames Geschäftsmodell für den klassischen Versandhandel und den Onlinehandel umzusetzen. Die Onlineshops, darunter buecher.de, hätten den Umsatz 2007/08 um 37 Prozent auf 451 Millionen Euro gesteigert und stünden inzwischen für 23 Prozent des Umsatzes im Konzern. Zu den 520 Buchhandlungen - darunter 330 unter der Marke Weltbild - sollen weitere hinzukommen.
ase/dpa-AFX/Reuters