Rekord-Ölpreis US-Airlines erwarten zehn Milliarden Dollar Verlust

Die Nachricht war nur eine Frage der Zeit: Die Explosion der Ölpreise schlägt sich massiv in den Bilanzen der US-Fluggesellschaften nieder, innerhalb eines Jahres laufen Milliardenverluste auf. Dabei verstärkt der niedrige Dollarkurs das Problem sogar noch.

Hamburg - Voraussichtlich zehn Milliarden Dollar Verlust werden die US-Fluglinien in diesem Jahr melden. Nur 2002, ein Jahr nach den Anschlägen in New York, waren die Geschäftsergebnisse schlechter. Der extrem hohe Ölpreis hatte im vergangenen Jahr auch die Preise für Kerosin auf das Doppelte ansteigen lassen. Damit werden sich die Treibstoffkosten nach Einschätzungen von Branchenexperten in diesem Jahr auf 61 Milliarden Dollar belaufen.

Wie die Fluggesellschaften auf diese Kostenexplosion weiter reagieren werden, ist noch ungewiss. Sie machen Spekulanten und Manipulation für den jüngsten Rekordölpreis verantwortlich. Der US-Luftfahrtverband warnte vor dramatischen Konsequenzen für die US-Wirtschaft. "Die Konjunktur dieser Nation ist mit der Funktionsfähigkeit ihres Lufttransportsystems verbunden. Wenn es mit den Fluggesellschaften bergab geht, wird die Konjunktur ebenfalls abstürzen", sagte James May von der Air Transport Association.

Die Airlines suchen nun verzweifelt nach Auswegen, um die Krise zu bewältigen. Sie entlassen Tausende Mitarbeiter, streichen ihr Streckennetz zusammen und verlangen beispielsweise zusätzliche Gebühren für mehr als zwei Gepäckstücke.

Zuletzt kündigte Northwest Airlines an, Kapazitäten zu reduzieren und Personal abzubauen, um die steigenden Treibstoffkosten aufzufangen. Bis zum Jahresende will Northwest fast jeden zehnten Flug streichen.

Auch in Europa machen die hohen Treibstoffkosten den Fluggesellschaften massiv zu schaffen. Abgemildert wird dies jedoch durch den im Vergleich zum Euro schwachen Dollar. Trotzdem mussten auch in der Euro-Zone Unternehmen wie AirBerlin ihre Gewinnprognose zurücknehmen.

kjo/Reuters

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