Rekordergebnis Bahn verdreifacht ihren Gewinn

Bahnchef Mehdorn hat heute Rekordzahlen für das vergangene Jahr vorgelegt: mehr Reisende, mehr Güterverkehr, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Damit sieht er das Unternehmen für einen Börsengang im kommenden Jahr gerüstet.


Berlin - Die Deutsche Bahn hat 2006 ihren Umsatz gesteigert und deutlich mehr Geld verdient als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss verdreifachte sich nahezu auf 1,7 Milliarden Euro, wie der Konzern heute in Berlin auf seiner Bilanzpressekonferenz mitteilte.

Bahnchef Mehdorn: "Wir haben erneut mehr Verkehr auf die Schiene gebracht"
DPA

Bahnchef Mehdorn: "Wir haben erneut mehr Verkehr auf die Schiene gebracht"

Der Umsatz sei um fünf Milliarden Euro auf rund 30 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um 1,1 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte habe es bei 2,1 Milliarden Euro gelegen. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte, das vergangene Jahr sei damit das erfolgreichste in der Firmengeschichte gewesen.

Angesichts dieser Zahlen zeigte sich Mehdorn mit Blick auf die weitere Entwicklung und bevorstehende Teilprivatisierung zuversichtlich: "Wir haben erneut mehr Verkehr auf die Schiene gebracht, Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert sowie unsere Stellung als ein international führender Logistiker ausgebaut." Alle wirtschaftlichen Ziele auf dem Weg zur Teilprivatisierung seien erreicht. "Aus unternehmerischer Sicht können sich private Kapitalanleger 2008 an der DB beteiligen", fügte er hinzu und betonte damit seinen Plan, den Börsengang im kommenden Jahr zu erreichen.

Die Zahl der Reisenden erhöhte sich den Angaben zufolge 2006 um 3,9 Prozent auf 1,85 Milliarden Passagiere. Im Schienengüterverkehr habe die Deutsche Bahn ein Plus von zehn Prozent auf 96,4 Milliarden Tonnenkilometer erzielt. Auch für das Geschäftsjahr 2007 gab sich der Konzern zuversichtlich. So sei mit einer leichten Steigerung des Umsatzes sowie des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten zu rechnen. Sondereffekte ergäben sich vor allem durch bahnpolizeiliche Leistungen der Bundespolizei. Das Ebit-Ergebnis werde aber wohl nicht mehr den Wert des Geschäftsjahres 2006 erreichen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Horst Friedrich kritisierte heute, die Bahn verschweige bei der Präsentation der Unternehmenszahlen Bundeszuschüsse in Milliardenhöhe. Zwar habe die Bahn seit 1994 "erhebliche Rentabilitätsfortschritte" erzielt, das sei aber kein Wunder: Schließlich habe der Konzern von 1994 bis 2005 Bundesmittel in Höhe von 115 Milliarden Euro erhalten. "Die Konzerngewinne sind und bleiben von Struktur und Höhe der staatlichen Bezuschussung abhängig", teilte Friedrich mit.

kaz/Reuters/AFP/ddp/AP



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