Rekordtief Dollarkurs fast gleichauf mit Schweizer Franken

Die Talfahrt geht weiter: Der Dollar ist heute Morgen auf den internationalen Devisenmärkten auf ein neues Allzeittief gegenüber dem Schweizer Franken gefallen. Gleichzeitig setzt der Ölpreis seinen Höhenflug fort.


Zürich - Die US-Währung sackte bis auf 1,0094 Franken ab und näherte sich damit weiter der Paritätsgrenze. Am Vorabend war der Dollar noch zu 1,0211 Franken gehandelt worden. Auch in Asien ging die Talfahrt des "Greenback" weiter. In Singapur sank der US-Dollar gegenüber dem Singapur-Dollar auf den historischen Tiefstand von 1,3821. In Japan sank der Dollar mit einem Preis von 100.03 Yen auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren.

Massive Kursverluste: Der Dollar erreichte heute ein neues Rekordtief
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Massive Kursverluste: Der Dollar erreichte heute ein neues Rekordtief

Wegen der Sorge vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft und weiter fallenden Zinsen in den USA steigt auch der Eurokurs weiter. Zeitweise stand die Gemeinschaftswährung am frühen Morgen bei 1,5586 US-Dollar und damit so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro im Jahre 1999. Im weiteren Handelsverlauf hielt sich der Kurs knapp unter dem Rekordwert und notierte bei 1,5554 Dollar.

Wegen der sich abkühlenden US-Konjunktur dürfte die US-Notenbank die Leitzinsen in der kommenden Woche um mindestens weitere 0,50 Prozentpunkte senken, begründete die Devisenexpertin Tomoko Fujii von der Bank of America die jüngste Rekordjagd des Euro. An den Finanzmärkten werde aber mittlerweile auch auf eine noch deutlichere Zinssenkung um 0,75 Punkte spekuliert. Der Analyst Thomas Lam von der United Overseas Bank sagte zudem, dass die Unsicherheit über das Ausmaß der Zinssenkung in den USA den Dollar noch zusätzlich belastet habe.

Nach Auskunft von Währungsexperten verkaufen Investoren derzeit US-Dollar aus Sorge vor einer Rezession in der größten Volkswirtschaft der Erde. Die Marktkenner gehen davon aus, dass Großanleger seit Wochen Vermögen in Sachwerten wie Gold und Öl anlegen, um dem Wertverfall des Dollars zu entgehen. Deshalb ist beim Höhenflug des Ölpreises kein Ende in Sicht. Heute morgen wurden an den asiatischen Börsen für ein Barrel US-Leichtöl, lieferbar im April, 109,80 Dollar gezahlt. Das ist nur wenig unter dem historischen Höchststand von 110,20 Dollar je Barrel, der gestern erreicht wurde.

sto/AP/dpa



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