Rekordwerte Ölpreise erreichen neue Höchststände

Am Ölmarkt geht die Rekordjagd ungebremst weiter: Weltweit legen die Preise zu, reihenweise werden neue Spitzenwerte erreicht. Als Grund nennen Händler unter anderem den schwelenden Konflikt um das iranische Atomprogramm.

London/New York - Die globalen Ölmärkte kommen nicht zur Ruhe: Die Nordseesorte Brent durchbrach erstmals die Marke von 146 Dollar. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sprang erstmalig über die 145-Dollar-Marke. Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) war am Mittwoch überdies erstmals über die Marke von 137 Dollar gestiegen.

Händler begründeten die jüngsten Preissprünge zum einen mit dem anhaltenden Konflikt um das iranische Atomprogramm, bei dem sich die Rhetorik zunehmend verschärft. So hatte der iranische Ölminister Gholam Hossein Nozari zuletzt vor einer harten Reaktion Irans gewarnt, sollten die USA oder Israel das weltweit viertgrößte Ölförderland angreifen.

Zum anderen wurde auf den nach wie vor schwachen Dollar verwiesen, der die Nachfrage nach Rohöl speziell aus Ländern außerhalb des Dollarraums hochhalte. Auch wird die erwartete Leitzinsanhebung im Euro-Raum eine Rolle gespielt haben, die den Dollar weiter schwächen dürfte. Obwohl der Schritt eigentlich in den Preisen schon vorweggenommen sei, werde die offizielle Stellungnahme der Europäischen Zentralbank noch einmal Einfluss auf den Ölpreis haben, sagte der Analyst Victor Shum von Purvin & Gertz in Singapur.

US-Finanzminister Henry Paulson hat sich unterdessen besorgt über die aktuelle konjunkturelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten geäußert. Die anhaltende Rekordjagd beim Ölpreis berge ein hohes Risiko, dass sich die konjunkturelle Abkühlung in den USA weiter verstärke, sagte Paulson am heutigen Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Amtskollegen Alistair Darling in London.

suc/AP/dpa-AFX

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