Renitente Ölkonzerne Venezuela schmeißt Exxon und Conoco Phillips raus

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez macht ernst: Er will die Ölkonzerne Exxon Mobil und Conoco Phillips des Landes verweisen. Beide haben sich nach Darstellung der Regierung der Verstaatlichung der Industrie widersetzt.


Caracas - "Wir haben seit vergangenem Jahr ganz klargemacht, dass wir nicht an einer Zusammenarbeit mit Unternehmen interessiert sind, die unsere Gesetze nicht befolgen", sagte Energieminister Rafael Ramírez nach einer Parlamentssitzung in Caracas. Exxon Mobil Chart zeigenund Conoco Phillips Chart zeigen hätten sich geweigert, eine Mehrheit ihrer Anteile in Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Konzern Petroleos de Venezuela (PDVSA) einzubringen. Das widerspreche dem von Präsident Hugo Chávez im Februar erlassenen Dekret zur Verstaatlichung der Ölindustrie. Die Konzerne müssten deshalb das Land verlassen. Eine Entschädigung werde es nicht geben. Die Regierung verhandle nun mit den Konzernen darüber, ihren "Weggang aus unserem Land abzuschließen".

Wer mit der PDVSA zusammenarbeite, könne mindestens 25 Jahre in Venezuela bleiben, fügte der Minister hinzu. Präsident Chávez hatte im Februar angeordnet, dass ausländische Firmen mindestens 60 Prozent ihrer Anteile in Gemeinschaftsunternehmen mit der PDVSA einbringen müssen. Er gab ihnen vier Monate Zeit, die Konditionen auszuhandeln. Venezuela ist einer der zehn größten Ölproduzenten der Welt. Rund die Hälfte der Produktion wird in die USA exportiert. Vor der Verstaatlichung hatten vor allem ausländische Firmen die Ölvorkommen ausgebeutet.

ase/AFP



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