Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Wenn nicht einmal die Rente mit 68 reicht

Berater des Wirtschaftsministeriums wollen das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre erhöhen, Unionskanzlerkandidat Laschet widerspricht. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht dagegen sogar noch einen Schritt weiter.
Älterer Herr (in Cottbus 2019): Geht es nach dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) soll das Renteneinstiegsalter auf 70 Jahre erhöht werden

Älterer Herr (in Cottbus 2019): Geht es nach dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) soll das Renteneinstiegsalter auf 70 Jahre erhöht werden

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Patrick Pleul/ dpa

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat ein noch höheres Renteneintrittsalter vorgeschlagen. »Mit einer fortgesetzten Anhebung der Regelaltersgrenze bis auf 70 Jahre ab 2052 ließe sich der Beitragsanstieg [...] bremsen und gleichzeitig das Sicherungsniveau stabilisieren«, heißt es in einem Kurzbericht des Instituts.

Als eine Möglichkeit wird genannt, den Rentenbeginn ab 2031 jährlich um zwei Monate anzuheben. Begründet wird dies mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen. Die Problematik ergibt sich daraus, dass auf Dauer zu viele Empfänger zu wenigen Beitragszahlern gegenüberstehen.

Das IW hat schon vor einigen Jahren die Rente mit 70 gefordert, nun untermauert es diese Haltung mit neuen Modellberechnungen. Kürzlich hatte der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre bis zum Jahr 2042 vorgeschlagen, was bei Union und SPD aber auf Ablehnung stieß.

Laschet lehnt Anhebung des Renteneintrittsalters ab

»Die Rentensysteme brauchen eine gewisse Verlässlichkeit«, sagte der Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Es sei klar, »dass wir irgendwann möglicherweise mal nachdenken müssen, auch Lebensarbeitszeiten zu verändern« – derzeit stehe die Rente mit 67.

Aus Sicht des IW geht der Beiratsvorschlag jedoch nicht weit genug. »68 reicht nicht«, heißt es in dem Kurzbericht. Studienautor Jochen Pimpertz verweist auf andere EU-Staaten: In Dänemark gelte ab dem Jahr 2030 eine Altersgrenze von 68 Jahren und in den Niederlanden sei die Rente mit 67 schon heute Realität. »Außerdem passen beide Länder das Rentenalter bei weiter steigender Lebenserwartung regelgebunden an.«

In Deutschland wird das Renteneintrittsalter bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahren angehoben. Es sei eine große Leistung der Bundesregierung mit dem damaligen SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering gewesen, die Rente mit 67 zu beschließen, sagte Laschet. Die neue Bundesregierung stehe vor der Aufgabe, das Rentensystem für die Zeit nach 2030 zu sichern, sagte Laschet.

hba/dpa