Rente mit 67 Regierung plant Ausnahmen für Banker

Eigentlich will die Regierung das Rentenalter auf 67 Jahre anheben. Jetzt plant sie jedoch Ausnahmeregeln für Tausende Banker. Sie sollen schon deutlich früher in den Ruhestand gehen können.


Frankfurt am Main – Die Regierung reagiert damit auf Druck von Gewerkschaften und Arbeitgebern, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet. Demnach soll mehreren tausend Bank-Angestellten, die in der Vergangenheit Vorruhestandsregelungen vereinbart haben, ein Vertrauensschutz eingeräumt werden. Die Betroffenen könnten dann mit 62 Jahren in den Ruhestand wechseln.

Bankenviertel in Frankfurt: Die Regierung gibt dem Druck von Gewerkschaften und Arbeitgebern nach
DPA

Bankenviertel in Frankfurt: Die Regierung gibt dem Druck von Gewerkschaften und Arbeitgebern nach

Nach dem bisherigen Gesetzentwurf ist das nicht möglich. Demnach soll ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben - unter Hinnahme von Abschlägen – frühestens ab 63 Jahren möglich sein.

Das Gesetz nimmt jedoch Arbeitnehmer, die Altersteilzeit vereinbart haben, ausdrücklich von der Reform aus. Dieser Passus hatte vor dem Stichtag 31. Dezember 2006 zu einer Frühverrentungswelle geführt. Zehntausende Beschäftigte in der Industrie unterschrieben entsprechende Vereinbarungen.

Angesichts dieser Regelung müsse "erst recht" denjenigen Vertrauensschutz gewährt werden, die bereits vor Jahren ihren Vorruhestand vereinbart hätten, sagte ver.di-Expertin Judith Kerschbaumer der Zeitung. Das betreffe vor allem das Bankgewerbe und die Deutsche Telekom. Auch Alexander Gunkel, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, nannte einen "echten Vertrauensschutz" für diese Fälle "gerechtfertigt". Ein Sprecher des Sozialministeriums betont zwar, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Er räumte aber ein: "Wir sehen eine gewisse Parallelität zur Altersteilzeit."

wal/dpa



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