Rente mit 67 Zehntausende flüchten in Altersteilzeit

Eigentlich war die Rente mit 67 gedacht, um die Not leidenden Sozialsysteme zu entlasten. Zunächst aber hatte das Gesetz einen ganz anderen Effekt: Zehntausende stiegen wesentlich früher aus dem Job aus, als sie ursprünglich geplant hatten - auf Kosten der Sozialkassen.


Düsseldorf - Es habe einen regelrechten Ansturm der 52- bis 54-Jährigen gegeben, die mit ihren Betrieben noch in den letzten Wochen des vergangenen Jahres Altersteilzeit vereinbart hätten, sagten Gewerkschaftsvertreter dem "Handelsblatt". Bei einzelnen Firmen wie der BASF Chart zeigen und Degussa Chart zeigen würden 80 Prozent der betroffenen Jahrgänge vorzeitig aus dem Job ausscheiden. Grundlage für die Vereinbarungen ist die im Reformgesetz vorgesehene Vertrauensschutzregelung,

Die Koalition will das gesetzliche Rentenalter bis 2029 auf 67 Jahre anheben. Das Gesetz billigt Arbeitnehmern, die vor dem 1. Januar 1955 geboren wurden, jedoch zu, dass für sie die bisherigen Altersgrenzen weiter gelten, wenn sie bis zum 31. Dezember mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeit vereinbart haben.

"Sehr viele Großunternehmen sind auf den Zug aufgesprungen", sagte ein Sprecher der IG Metall der Zeitung. Allein in Niedersachsen seien rund 1000 Altersteilzeitverträge geschlossen worden, unter anderem bei Volkswagen Chart zeigen und Continental Chart zeigen. "Das Angebot wurde sehr gut angenommen", hieß es auch bei der IG Bergbau, Chemie und Energie. Allein bei BASF vereinbarten 1500 Beschäftigte und bei Degussa rund 450 Mitarbeiter Altersteilzeit. Sie können bei Abschlägen von nur 10,8 Prozent weiter mit 62 Jahren in Rente gehen.

mik/ddp



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