Rente, Steuern, Gesundheit Das ändert sich 2006

Im kommenden Jahr stehen in den Bereichen Steuern, Rente, Gesundheit und Verbrauch einige Anpassungen bevor. SPIEGEL ONLINE erklärt, was sich ändert. Eines lässt sich dabei schon jetzt sagen: Für Privathaushalte wird der finanzielle Spielraum 2006 enger.


Steuern und Abgaben:

2006 kommt der Spardruck der öffentlichen Haushalte einmal mehr beim Privatmann an. So hat die neue Bundesregierung zahlreiche Steuervergünstigungen gekappt. Abfindungen und Übergangsgelder etwa müssen die Betroffenen dann grundsätzlich versteuern. Bislang waren solche Beträge bis zu einer Höhe von 11.000 Euro von der Abgabenlast befreit. Betroffen sind auch Heirats- und Geburtsbeihilfen des Arbeitgebers.

Kostenfaktor Medikamente: Zahlreiche Neuerungen zum Jahreswechsel
DPA

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Zugleich gibt es neue Steuersätze für Neurentner. Ab nächstem Jahr müssen diese 52 Prozent ihrer gesetzlichen und betrieblichen Altersversorgung beim Finanzamt abrechnen. Privatrenten sind davon ausgenommen.

Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge waren noch 2005 bis zu einem Stundenlohn von 50 Euro steuerfrei. 2006 sinkt die Grenze auf 25 Euro. Bei höheren Einkommen schlägt dann der Fiskus zu.

Kosten für den Steuerberater konnten die Bundesbürger bislang als Sonderausgaben geltend machen. Vom 1. Januar ab gehört diese Vergünstigung der Vergangenheit an.

Bereits beschlossen ist das Aus für Steuersparfonds. Betroffen sind beispielsweise Medien- und Energiefonds, bei denen mehr als zehn Prozent des Eigenkapitals als Anfangsverlust anfällt. Mit diesem Minus können die Anleger nun nicht mehr ihre Abgabenlast nach unten korrigieren.

Auch soll für Mietwohngebäude im Privatvermögen die Möglichkeit der degressiven Abschreibung wegfallen. Vermietete Immobilien, die nach dem 31. Dezember 2005 errichtet oder erworben werden, können dann nur noch in gleich bleibenden Jahresbeträgen abgeschrieben werden. Der Abschreibungssatz beträgt zwei Prozent.

Ebenfalls auf der Streichliste stehen die steuerliche Förderung schadstoffarmer Fahrzeuge und die Abzugsfähigkeit von Schuldgeldzahlungen. Die Besteuerung von Firmenwagen von einem Prozent des Listenpreises soll nur noch gelten, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent für den Dienst genutzt wird.

Immerhin: Einige steuerliche Erleichterung winkt den Bundesbürgern auch noch. Wer seine vier Wände durch einen Handwerker renovieren lässt oder eine Kinderfrau beschäftigt, wird ab 2006 die Kosten teilweise von der Steuer absetzen können.

Parallel zur schrittweisen Mehrbesteuerung der Renten stellt der Staat die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu privaten Rürup-Verträgen sowie Einzahlungen in landwirtschaftliche und berufsständische Versorgungswerke allmählich steuerfrei. Für 2006 heißt das: Beschäftigte können dann 62 Prozent ihrer Beiträge als Sonderausgabe von den Einkünften abziehen. Die abzugsfähige Höchstgrenze liegt künftig bei 12.400 Euro.

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