Rente und Sozialabgaben Kürzen, sparen, aufschieben

Auf die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland kommen 2006 neue Belastungen zu. Auch ältere Arbeitslose müssen sich auf Kürzungen einstellen.


Nach 2004 und 2005 droht den deutschen Rentnern wohl die dritte Nullrunde. Die endgültige Entscheidung darüber fällt allerdings erst im kommenden Jahr, sobald Daten für die Lohnentwicklung vorliegen.

Bereits beschlossene Sache ist dagegen, dass Bürger nicht mehr mit 60 Jahren nach Altersteilzeit oder Arbeitslosigkeit in den Ruhestand gehen können. Ab Anfang 2006 wird der frühestmögliche Renteneintritt allmählich auf das vollendete 63. Lebensjahr angehoben. Betroffen sind Versicherte, die zwischen 1946 und 1951 geboren sind.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im kommenden Jahr in Westdeutschland um 50 auf 5250 Euro im Monat. Im Osten bleibt sie unverändert bei 4400 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze ist der Höchstbetrag, bis zu dem die beitragspflichtigen Einnahmen, zur Berechnung des Beitrags zugrundegelegt werden, der überschießende Teil bleibt bei der Beitragsberechnung unberücksichtigt.

Ab 2006 wird zudem der Altersentlastungsbetrag um jährlich 0,6 Prozent verringert. Bislang konnten Ruheständler vom 65. Lebensjahr ab von Zusatzeinnahmen wie Nebenverdiensten oder Zinsen 40 Prozent jährlich absetzen. Wer 2006 in Rente geht, kann nur noch 39,4 Prozent geltend machen.

Anpassungen gibt es auch bei der Altersvorsorge. Ab Januar gelten einheitliche Tarife in der Riester-Rente. Nur noch bei Vertragsabschluss bis 31. Dezember 2005 erhalten Männer bei gleichem Beitrag eine deutlich höhere Rente als Frauen. Dagegen erwarten die Riester-Sparer 2006 größere staatliche Zuschüsse. Die Grundzulage steigt von 76 auf maximal 114 Euro, die Kinderzulage von 92 auf 138 Euro pro Sprössling.

Einschnitte drohen Arbeitslosen, die 55 Jahre oder älter sind. Sie bekommen ab dem nächsten Jahr nur noch maximal 18 Monate lang Arbeitslosengeld I. Bisher gab es für ältere Arbeitslose bis zu 32 Monate lang ALG I.

In den unteren Einkommensklassen steht zudem die Anhebung der Sozialversicherungsabgabe für Minijobs an. Arbeitgeber, die Jobs bis zu einem Einkommen von 400 Euro monatlich anbieten, müssen dann 30 statt wie bisher 25 Prozent an die Sozialversicherung zahlen. Das macht Minijobs teurer.

Arbeitgeber müssen im neuen Jahr die Beiträge zu den Sozialversicherungen gut 14 Tage früher als bisher abführen. So wird die Zahlungsfähigkeit der Sozialkassen verbessert. Die Änderung hat im kommenden Jahr einmalig 13 statt 12 Zahlungstermine zur Folge.

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