Renten-Umfrage Nichts auf der hohen Kante

Trotz der anstehenden Absenkung des Rentenniveaus spart fast die Hälfte der Deutschen noch nicht fürs Alter. Das ergab eine Umfrage des Emnid-Instituts.


Rentenrefom: Nur die Hälfte der Deutschen sorgt vor
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Rentenrefom: Nur die Hälfte der Deutschen sorgt vor

Berlin - Nur 55 Prozent der Bundesbürger legen laut Emnid Geld für die Rentenjahre zurück, weitere 14 Prozent planen diesen Schritt demnächst. Jeder Zehnte sieht sich aber finanziell nicht in der Lage, für das Alter vorzusorgen. Elf Prozent der Befragten glauben, die gesetzliche Rente sei ausreichend. Die Emnid-Studie hatte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Auftrag gegeben.

DSGV-Präsident Dietrich Hoppenstedt fordert deshalb von der Politik eine langfristige Senkung der Steuer- und Abgabenlast. "Nur was die Menschen an verfügbarem Einkommen in der Tasche haben, können sie für individuelle Altersvorsorge verwenden." In den vergangenen zehn Jahren sei die Sparquote in Deutschland von rund 15 Prozent auf knapp zehn Prozent gesunken. "Wir brauchen hier eine Trendwende", so Hoppenstedt. Derzeit stammen laut dem Sparkassenverband 85 Prozent der Altersvorsorge aus gesetzlichen Quellen, zehn Prozent aus privaten und fünf Prozent aus betrieblichen.

Interesse an der Riester-Rente sinkt

Zwei Monate vor Einführung der so genannten Riester-Rente ist das Interesse der Bevölkerung am Thema finanzielle Vorsorge gesunken. Drei Viertel halten eine finanzielle Absicherung für wichtig. Vor einem Jahr waren es noch 86 Prozent. Dies führt Hoppenstedt auf die komplizierten Regelungen des Altersvermögensgesetzes zurück. Das Antragsverfahren müsse deshalb vereinfacht werden.

Auch bei der Beratung gibt es laut der Umfrage noch Defizite. Nur 31 Prozent der Bevölkerung fühlen sich Emnid zufolge gut informiert. "Man muss den Menschen klar sagen: Die Eigenvorsorge im Rahmen der Riester-Rente schließt nur die Lücken, die künftig durch das Absenken des Rentenniveaus zusätzlich auftreten werden. Sie schließt nicht die Lücken, die bereits zuvor bestanden haben", sagte Hoppenstedt. "Auch mit der Riester-Rente allein wird in vielen Fällen im Alter der gewohnte Lebensstandard nicht gehalten werden können."



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