Rentenschätzer Beitragssatz kann bis 2008 auf 20,2 Prozent steigen

Entgegen den Plänen der großen Koalition müssen sich Arbeitnehmer und Wirtschaft 2008 erneut auf steigende Beitragszahlungen an die Rentenkassen einstellen, so die Prognose der Rentenschätzer – es sei denn, der Aufschwung halte weiter an.


Berlin - Nach der Frühjahrsprognose des Schätzerkreises der Rentenversicherung sei ein Anstieg auf 20,0 bis 20,2 Prozent "nicht auszuschließen". Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund heute mitteilte, sei diese Prognose aber noch "wenig belastbar". Entscheidend sei, ob der begonnene Wirtschaftsaufschwung anhalte oder sogar weiter an Fahrt gewinne.

Rentner: Beitragssatz abhängig von Konjunkturentwicklung
DPA

Rentner: Beitragssatz abhängig von Konjunkturentwicklung

Für das kommende Jahr allerdings könnte die Beitragsanhebung bei guter Konjunktur und Beschäftigung geringer ausfallen als geplant. Sollten sich die Annahmen der Wirtschaftsforschungsinstitute bestätigen, so könnte ein um rund 0,2 Prozentpunkte geringerer Beitragssatz ausreichend sein, heißt es. Dies würde bedeuten, dass der Beitragssatz nur auf 19,7 Prozent angehoben werden müsste.

Derzeit liegt der Satz bei 19,5 Prozent. 2007 soll er nach dem Willen der Koalition auf 19,9 Prozent steigen und auf diesem Niveau auch bis Ende 2009 verharren. Sollte die Konjunkturbelebung nicht über das Jahr 2007 andauern, dürfte diese Ziel den Rentenschätzern zufolge nicht zu erreichen sein.

Allerdings liegen der neuen Rentenschätzung deutlich niedrigere Erwartungen an die Lohnentwicklung zugrunde, als sie die Wirtschaftsinstitute prognostizieren. Ein Sprecher des Bundessozialministeriums wies deshalb darauf hin, dass Aussagen über die Entwicklung der Rentenfinanzen im Jahr 2008 verfrüht seien.

Die Beiträge zur Rentenversicherung werden je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt - und zwar bis zu einem Bruttogehalt von monatlich 5.250 Euro im Westen und 4.400 Euro im Osten. Ein Beitragssatzanstieg belastet somit beide Seiten gleichermaßen.

Schon in der vergangenen Woche hatten Medien berichtet, für die Rentenkasse zeichne sich ein neues Milliardenloch ab. Anlass sei die jüngste Prognose der Steuerschätzer mit einem unerwartet niedrigen Lohnwachstum. Sollte die Vorhersage zutreffen, würden die Einnahmen der Altersversicherungen rund 1,5 Milliarden Euro hinter den Erwartungen von Sozialminister Franz Müntefering (SPD) zurückbleiben, hieß es.

ank/dpa-AFX


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