Leck im AKW Isar 2 müsste für längere Laufzeit repariert werden

Geht es nach Wirtschaftsminister Habeck, könnte der bayerische Atommeiler Isar 2 noch als Reserve im nächsten Jahr Strom produzieren. Doch nun wird bekannt: Dafür müsste zunächst ein Schaden behoben werden.
Isar 2: Intern nicht ganz dicht

Isar 2: Intern nicht ganz dicht

Foto: Ronald Wittek / EPA

Ein Ventil-Leck beim Atomkraftwerk Isar 2 wirft Fragen über den möglichen Reservebetrieb auf, den Wirtschaftsminister Robert Habeck anstrebt. Eine Reparatur sei nach Auskunft des Betreibers nicht notwendig, wenn das AKW, wie bislang geplant, zum Jahresende den Leistungsbetrieb beendet. Um aber länger zur Verfügung zu stehen, müsse laut Preussen Elektra ein etwa einwöchiger Stillstand mit einer Reparatur erfolgen.

Diese Reparatur sei dann schon im Oktober nötig: Preussen Elektra wies darauf hin, dass die Brennelemente des Reaktorkerns bereits im November eine zu geringe Reaktivität hätten, um die Anlage aus dem Stillstand heraus dann wieder hochzufahren. Das Ministerium erklärte, bisher habe der Betreiber »immer ausgeführt, dass die Anlage bis Jahresende mit nahezu voller Leistung laufe«.

Ministerium vergangene Woche informiert

Das Energieunternehmen Preussen Elektra informierte den Angaben zufolge das Bundesumweltministerium vergangene Woche über die interne Ventil-Leckage. Eine Beeinträchtigung der Sicherheit besteht demnach nicht. Die Atomaufsicht des Landes Bayern sei vom Betreiber informiert worden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Anfang September angekündigt, dass die Kraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg noch bis Mitte April 2023 bei Engpässen als Notreserve zur Verfügung stehen sollten.

Das Bundesumweltministerium verwies darauf, dass die Angaben von Preussen Elektra »einige wesentliche neue Fakten« im Vergleich zu jenen enthielten, die der Betreiber mit Schreiben vom 25. August gegenüber dem Wirtschaftsministerium gemacht habe. Diese neuen Fakten müssten nunmehr bei den Verfügbarkeitsplanungen des AKW zur Stromproduktion nach dem 31. Dezember berücksichtigt werden, hieß es weiter aus dem Umweltministerium.

Wie gravierend ist der Schaden?

Beide Ministerien prüfen demnach »die neue Sachlage und ihre Auswirkungen für die Konzeption und Realisierung der Bereitschaftsreserve«. Für das Bundesumweltministerium stehe im Vordergrund, dass die derzeit hohen Sicherheitsstandards der deutschen AKW auch weiterhin gewährleistet sind. »Ein besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, die Einschätzung der Atomaufsicht des Landes Bayern und des Betreibers im Hinblick auf die Leckage des Ventils zu prüfen«, teilte das für nukleare Sicherheit zuständige Ministerium mit.

In dem genannten Schreiben von Preussen Elektra vom 25. August hatte der Betreiber davor gewarnt, die Anlage ab dem Jahreswechsel in eine Reserve zu überführen. Der Vorschlag von Habeck sei »technisch nicht machbar «, hieß es darin. Der Wirtschaftsminister hatte sich »verwundert« über das Schreiben des Unternehmens geäußert. Zwar ist es so, dass AKW zum Hoch- und Herunterfahren lange brauchen und deshalb für kurzfristige Reserveeinsätze nicht geeignet sind. Habecks Plan sieht aber vor, dass einmalig, wohl um den Jahreswechsel, über einen Weiterbetrieb von wenigen Wochen entschieden wird.

mamk/AFP
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