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17. Februar 2009, 18:35 Uhr

Rezessionsangst

Aktienkurse sacken weltweit ab

Staatliche Rettungspakete haben keine schnelle Wirkung - jedenfalls nicht schnell genug, um Börsianern die Rezessionsangst zu nehmen. Weltweit sackten die Aktienkurse deshalb ab: Der Dax schloss mehr als drei Prozent im Minus, der Dow Jones notierte in der Nähe des Tiefs vom November.

Frankfurt am Main/New York - Düstere Wirtschaftsprognosen trotz der staatlicher Rettungspakete haben die Aktienkurse weltweit in den freien Fall gestürzt. Auch neue Sorgen um Belastungen der Banken durch Verluste in Osteuropa und Zweifel an den Chancen für die Rettung der US-Autokonzerne General Motors (GM) und Chrysler drückten auf die Kurse.

Aktienhändler in Frankfurt: Kein einziger Dax-Wert im Plus
DDP

Aktienhändler in Frankfurt: Kein einziger Dax-Wert im Plus

Der Dax schloss bei 4216 Punkten, ein Einbruch um 3,44 Prozent. Zeitweise notierte er am Dienstag unter der Marke von 4200 Zählern. Der MDax stürzte um 4,21 Prozent auf 5008 Punkte. Der TecDax verlor 1,95 Prozent auf 482 Zähler. Kein einziger Dax-Wert schrieb positive Zahlen. Größte Verlierer im wichtigsten deutschen Index waren Metro mit über sieben Prozent, Salzgitter verlor ebenfalls mehr als sieben Prozent, MAN und Allianz verloren fast sieben Prozent.

An der Wall Street in New York büßte der Dow-Jones-Index im Vormittagshandel 3,11 Prozent auf 7606 Punkte ein. Damit notierte er in der Nähe des Tiefs vom November. Sehr schwache Konjunkturdaten schürten an den US-Börsen Ängste vor einer Verschärfung der Wirtschaftsprobleme. Die Investoren sähen außerdem, dass Konjunkturprogramme nicht sofort Wirkung zeigen könnten, sagte Sam Stovall, Chef-Investmentstratege bei Standard & Poor's.

Es gebe Befürchtungen, die bisherigen Bemühungen zur Stabilisierung des globalen Finanzsystems könnten nicht ausreichen. "Die Leute sehen ein, dass die Rezession ihre Zeit dauert." Zudem sorge die Möglichkeit für Nervosität, dass GM erklären könnte, der Konzern könne ohne weitere Finanzhilfen nicht überleben. Das Scheitern einer Firma mit einem Namen wie GM würde "die Psyche des durchschnittlichen Konsumenten treffen".

In Paris verlor der CAC 40 bis zum späten Nachmittag 2,5 Prozent; in London schlidderte der FTSE 100 um 2,9 Prozent nach unten. Der Nikkei in Tokio schloss 1,4 Prozent schwächer bei 7646 Zählern. Der Hang Seng in Hongkong fiel um 3,8 Prozent, der Kospi in Südkorea um 4,1 Prozent. Auch die Börsen in Indien, Australien, Singapur und China verzeichneten Verluste.

Der Euro gab weiter nach. Sein Referenzkurs wurde am Nachmittag von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main mit 1,2634 Dollar festgestellt, nach 1,2765 Dollar am Montag. Der Preis für US-Öl sackte um 7,4 Prozent auf 34,75 Dollar pro Fass.

kaz/AP/Reuters

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