Rezessionsangst Börse in Tokio bricht erneut ein

Die Nervosität nimmt kein Ende: Nach schlechten Vorgaben aus den USA und wachsenden Rezessionsängsten sind die Kurse an den Börsen in Asien erneut deutlich gefallen. Der japanische Leitindex Nikkei gab um über sechs Prozent nach. Auch der Ölpreis fiel erstmals seit Monaten unter 70 Dollar.


Tokio - Es ist ein ständiges Auf und Ab: Neue Rezessionsängste und schwache US-Vorgaben haben am Mittwoch die Tokioter Börse tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Nikkei-Index Chart zeigen der 225 führenden Werte verlor 6,8 Prozent und schloss mit 8674 Punkten. Damit gab er seine Gewinne vom Vortag weitgehend wieder ab.

Börsentafel in Tokio: Sinkender Ölpreis sorgt für Pessimismus
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Börsentafel in Tokio: Sinkender Ölpreis sorgt für Pessimismus

Zu den größten Verlierern gehörten die Titel der Großbank Mitsubishi UFJ mit minus sechs Prozent. Die Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, die Bank werde ihre Gewinnschätzung für das erste Halbjahr kräftig zurückschrauben. Der Erlös werde sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbieren. Die Titel des Elektronikkonzerns NEC Chart zeigen fielen sogar um fast 20 Prozent, nachdem der Konzern seine Gewinnprognose zusammengestrichen hatte.

Auch an den anderen asiatischen Handelsplätzen überwogen die Verluste. Shanghai, Singapur, Südkorea und Australien notierten schwächer. Dagegen konnten sich Taiwan und Hongkong etwas verbessern.

Börsen reagieren auf Rezessionsängste

Die Börsen reagierten damit auf sich verstärkende Rezessionsängste und schlechte Vorgaben aus den USA: Der Dow-Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte hatte den Handel am Dienstag mit 2,5 Prozent im Minus beendet. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 3,1 Prozent auf 955 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen gab 4,1 Prozent auf 1696 Punkte nach.

Außerdem deutet der deutlich sinkende Ölpreis auf einen Rückgang der Weltwirtschaft hin. Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und fielen erstmals seit Monaten unter 70 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 69,40 US-Dollar. Das waren 2,78 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, ebenfalls zur Auslieferung im Dezember, gab um 2,56 Dollar auf 67,16 Dollar nach.

Händler begründen die seit Wochen zu beobachtende schwache Tendenz der Ölpreise vor allem mit Rezessionsängsten - das Nachlassen des Wirtschaftswachstums würde auch die Ölnachfrage drosseln. Außerdem ist der Dollar inzwischen wieder deutlich stärker als im Sommer, der Euro sank mit 1,27 Dollar auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Die wahrscheinliche Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in dieser Woche habe den Abwärtstrend der Ölpreise nur zwischenzeitlich stoppen können, heißt es. Zudem werden mittlerweile Zweifel laut, ob die Opec-Staaten eine Kürzung der Fördermenge überhaupt umsetzen können, da ein Großteil der Mitgliedsländer auf die Öl-Einnahmen angewiesen ist.

Auch die deutschen Aktienindizes werden am Mittwoch sehr schwach erwartet. Auch hier dürften Befürchtungen über eine enttäuschende Berichtssaison und die Vorgaben aus Asien und den USA der Auslöser sein. Der X-Dax, der auf Basis des Dax-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag um 8.05 Uhr um 2,8 Prozent unter dem Xetra-Schluss.

Händler verwiesen vor allem auf die negative Vorgabe als Belastung. An diesem Morgen stand zudem der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial rund 260 Punkte unter seinem Niveau zum europäischen Börsenschluss.

sam/Reuters/dpa-AFX



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