Riesen-Razzia Investmentfirma prellte Tausende

Erneut sind einer dubiosen Investmentfirma mehrere tausend Anleger auf den Leim gegangen. Wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in Millionenhöhe durchsuchten Polizisten heute deshalb Büros und Privatwohnungen und verhafteten mehrere Vorstände.


Berlin – Die Versprechen klangen eigentlich ohnehin zu schön, um wahr zu sein: Von einer Verzehnfachung des Investitionskapitals war da teilweise die Rede, erklärte die Polizei. Gewerbetreibenden und Privatkunden bot die Firma Akzenta mit solch traumhaften Renditeversprechen dubiose Finanzgeschäfte an.

Das Unternehmen warb damit, dass Kunden beim Haus- oder Autokauf einen Großteil des Geldes zurückbekommen könnten. Dafür müssten sie lediglich bei Akzenta-Partnern kaufen, dann würde das Investmentunternehmen ihnen zehn Jahre lang jährlich Geld zurückzahlen. Denn die Akzenta-Partner überwiesen für jeden vermittelten Kunden eine Provision an das Unternehmen, so entstünde ein für alle Seiten gewinnbringender Kreislauf, versprach die Firma in ihren Werbeprospekten. Außerdem bot das Unternehmen Interessenten an, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. 

Die versprochenen Ausschüttungen wurden allerdings nur selten ausbezahlt. Stattdessen seien Gelder in einem undurchschaubaren Firmengeflecht versickert, erklärte die Polizei. Die Geschäftsbeziehungen seien unter anderem bis nach Italien und Dubai aufgebaut worden.

Wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in Millionenhöhe haben jetzt gut 150 Kriminalpolizisten, Steuerfahnder und Staatsanwälte 25 Büros und Privatwohnungen der Anlagefirma in Bayern und Hessen durchsucht. Der Firmenchef sowie drei weitere Vorstände wurden festgenommen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern mitteilte. Allein am Firmensitz in Neubeuern bei Rosenheim wurden rund 200 Umzugskartons voller Unterlagen sichergestellt. Die Auswertung könne Monate dauern, erklärten die Ermittler.

ase/AFP/dpa



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