Rohstoffe Benzinpreise klettern auf neue Rekordstände

Nach Angaben des ADAC müssen deutsche Autofahrer für einen Liter Super den Rekordpreis von 1,31 Euro berappen. Die Mineralölkonzerne begründen den Anstieg mit dem verheerenden Wirbelsturm "Katrina", der große Teile der US-Ölproduktion lahm gelegt hat.


Zapfpistole: Teurer denn je
DDP

Zapfpistole: Teurer denn je

München - Der Preis für den Liter Diesel stieg auf 1,13 Euro. Gerechtfertigt ist dies laut ADAC aber nicht: Der Liter Rohöl koste am wichtigsten Handelsplatz London mit rund 66 Dollar pro Barrel nicht mehr als vergangene Woche, argumentiert der Automobilclub. Er empfiehlt Autofahrern, bewusst Billig-Tankstellen anzufahren, um den Wettbewerb anzukurbeln.

An Markentankstellen kostet Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt sogar 1,39 Euro je Liter. In Rostock, der Stadt mit dem laut ADAC teuersten Benzin, stieg der Preis für Super bis auf 1,42 Euro, berichtete der Radiosender Ostseewelle.

Esso und Shell erhöhten die Preise für die meistgetankte Benzinsorte Super auf einen Schlag um acht Cent je Liter. Entspannung ist nicht in Sicht. Experten erwarten im Laufe der Woche weitere Steigerungen.

Die Ölgesellschaften ExxonMobil und Shell überboten damit eine Preiserhöhung von vier Cent je Liter durch Marktführer Aral. Angesichts explodierender Preise am europäischen Benzinmarkt in Rotterdam nach dem Hurrikan "Katrina" seien vier Cent Erhöhung nicht ausreichend, um Verluste zu vermeiden, sagten Sprecher der beiden Unternehmen in Hamburg.

USA vor Energiekrise?

In den Vereinigten Staaten zeichnet sich nach Einschätzung von Ökonomen nach den heftigen Verwüstungen durch den Hurrikan eine Energiepreiskrise ab. "Ein Angebotsschock bei Ölraffinerieprodukten entwickelt sich", sagte Energieexperte Jochen Hitzfeld von der HypoVereinsbank Chart zeigen. Auch aus Sicht von Barclays Capital wird die USA von einer Energiekrise erfasst. Die Benzinpreise dürften angesichts der Schäden sehr kräftig steigen.

Während der Verlust von Förderkapazitäten durch die Zerstörungen an Ölplattformen aus Sicht der HVB durch das Anzapfen der strategischen Rohölreserven in den USA und möglicherweise auch in Europa ausgeglichen werden könne, gebe es keinen Ersatz für die Raffineriekapazitäten. "Die Verwüstungen sind sehr hässlich", heißt es einer Studie von Barclays Capital. Neun Raffinerien stünden still.



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