Rohstoffe Ölpreis bricht ein - auch Gold wird billiger

Die Preise für Öl und Gold haben auf breiter Front nachgegeben: Das Fass Rohöl kostete zum Teil wieder weniger als 100 Dollar. Zugelegt hat hingegen der Dollar.


Hamburg - Öl und Gold erleben diese Woche eine Berg- und Talfahrt. Nach den Höchstständen von Montag knickten die Preise für beide Rohstoffe wieder ein. Das Minus beim Öl ist mit dem deutlichen Nachfragerückgang in den USA zu erklären. Gleichzeitig realisierten viele Anleger große Gewinne, indem sie auf dem Höhepunkt ihre Öl- und Goldbestände reduzierten.

Erdölraffinerie: Die schwache Konjunktur drückt die Nachfrage
REUTERS

Erdölraffinerie: Die schwache Konjunktur drückt die Nachfrage

Ein Barrel (159 Liter) Rohöl verbilligte sich am heutigen Donnerstag auf unter 100 Dollar. Das sind rund fünf Dollar weniger als zuvor. Nach Angaben der US-Energiebehörde ist der Ölverbrauch der USA in den vergangenen vier Wochen um 3,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesunken. Der Benzinabsatz fiel um ein Prozent. Damit zeichnet sich ab, dass die Abschwächung der US-Konjunktur tatsächlich den Energieverbrauch des Landes eindämmen könnte.

Auch der Goldpreis geriet spürbar unter Druck. Die Feinunze verbilligte sich bis zum Mittag um vier Prozent auf 905,65 Dollar. Noch am Montag hatte das Edelmetall 1030,8 Dollar gekostet – ein historischer Höchstwert. Auch der Silberpreis gab deutlich nach und notierte zeitweise mit 17,27 Dollar mehr als fünf Prozent niedriger. Die Preisverluste bei den als sicherer Anlagehafen geltenden Edelmetallen führten Händler auf Gewinnmitnahmen angesichts der Erholung des Dollarkurses zurück.

Vor dem langen Osterwochenende hat der Dollar seine leichten Kursgewinne zum Euro ausgebaut. "Die Luft beim Euro scheint erst einmal raus zu sein", ließ sich ein Händler zitieren. Die Gemeinschaftswährung rutschte unter die Marke von 1,55 Dollar und kostete damit rund 2,5 Cent weniger als am Vortag. Von einer Trendwende mochten Börsianer aber nichts wissen. Solange aus der Bankenbranche vor allem Hiobsbotschaften kämen, werde der Dollar auf kurzen Beinen stehen.

mso/AP/Reuters



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