Rohstoffmärkte Ölpreis steigt auf 21-Jahres-Hoch

Der Preis je Barrel Rohöl ist in New York am frühen Dienstag auf mehr als 44 Dollar gestiegen. Zuvor hatte das Erdölkartell Opec bekannt gegeben, dass es einen weiteren Anstieg des Ölpreises nicht verhindern könne. Experten befürchten, dass die Benzinpreise drastisch angehoben werden.


Öl-Trader an der Nymex: Die Opec streicht die Segel
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Öl-Trader an der Nymex: Die Opec streicht die Segel

Singapur - Purnomo Yusgiantoro, der Präsident der Organisation Erdöl Exportierender Länder (Opec), sagte vor Journalisten in Jakarta, dass der Ölpreis außer Kontrolle geraten sei. "Wenn die Preise weiter steigen, was kann die Opec dann tun? Die Preise sind verrückt." Am gestrigen Montag war bereits der Preis für einen Barrel (159 Liter) Opec-Öl auf ein 14-Jahres-Hoch geklettert.

Noch drastischer verlief der Preisanstieg an der Terminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex). Getrieben vom Handel in Asien kletterte der September-Kontrakt für Öl der Marke Light Sweet Crude am Dienstagmorgen erstmals auf über 44 Dollar je Barrel. In der Spitze notierte Rohöl bei 44,24 Dollar. Das ist der höchste Stand seit der Eröffnung der Nymex im Jahr 1983.

Experten verweisen darauf, dass eine Besserung zunächst nicht in Sicht ist. "Da draußen gibt es keine freien Kapazitäten", sagte Jurg Kiener von Swiss Asia Capital gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Russen fördern alles, was sie haben. Der Output in der Nordsee wird voll genutzt." Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi hatte am Montag erklärt, dass auch der Opec kurzfristig die Hände gebunden seien. Man könne das Angebot an Öl aufstocken, "aber das kann nicht sofort passieren, es braucht Zeit".

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung befürchtet der Automobilclub von Deutschland (AvD) in den kommenden Wochen Preiserhöhungen von bis zu zehn Cent pro Liter. Sollte die weltweite Terrorangst weiterhin groß bleiben, könne der Preis für den Liter Superbenzin erstmals bis auf 1,30 Euro steigen. Ende vergangener Woche hatte ein Liter Super bundesweit durchschnittlich 1,20 Euro gekostet. Für Diesel-Kraftstoff befürchtet der AvD Preiserhöhungen auf über einen Euro pro Liter.



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