Verträge über zwei Millionen Euro Roland Berger berät Verkehrsministerium bei Tarifverhandlungen

Die Berater von Roland Berger erhalten nach SPIEGEL-Informationen Millionenbeträge, weil sie dem Verkehrsministerium bei Tarifverhandlungen zur Seite stehen. Das löst bei den Grünen Befremden aus.
Roland Berger (Archiv)

Roland Berger (Archiv)

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Das Bundesverkehrsministerium von Andreas Scheuer (CSU) lässt sich bei den Tarifverhandlungen für die neue Autobahngesellschaft von externen Beratern unterstützen. Allein die Firma Roland Berger erhält nach SPIEGEL-Informationen gut zwei Millionen Euro für ihre Dienste.

Die beiden ehemaligen Deutsche-Bahn-Manager Werner Bayreuther und Ulrich Weber erhalten für ihre Expertise jeweils 83.300 Euro. Die Autobahngesellschaft - offiziell Infrastrukturgesellschaft für Autobahnen und andere Bundesfernstraßen - soll ab 2021 das 13.000 Kilometer lange Autobahnnetz verwalten.

Der Bund handelt zurzeit mit dem Beamtenbund und der Gewerkschaft Ver.di die Tarifverträge für die Mitarbeiter aus. Der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn wundert sich, warum es dafür Berater braucht: "Seinen eigenen Leuten traut der Minister die Verhandlungen offenbar nicht mehr alleine zu."

Deutliche Kritik kam auch vom Beamtenbund: "In den Regierungsressorts ist durchgehend ausreichend Sach- und Fachkompetenz vorhanden, insbesondere im Bundesministerium des Innern." Es sei nicht nachvollziehbar, warum das BMVI nicht auf diese Ressourcen zurückgreife, sagte der stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer.

sve
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