Roter Kapitalismus Gericht in China bestraft Milliarden-Betrüger

China holt auch im Bereich der Wirtschaftskriminalität auf: Tang Wanxin, Eigentümer des chinesischen D'long-Konzerns, ist wegen Aktienmanipulationen im ganz großen Stil zu acht Jahren Haft verurteilt worden.


Peking - Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verurteilte ein Gericht in der Stadt Wuhan ferner sechs Manager zu Gefängnisstrafen von einem Jahr und neun Monaten bis zu fünfeinhalb Jahren. Zusätzlich wurden Geldbußen in Millionenhöhe verhängt.

Der einst für seinen privaten Unternehmergeist gepriesene, aber undurchsichtige Konzern wurde 2003 auch in Deutschland bekannt. D'long wollte damals den angeschlagenen Flugzeugbauer Fairchild Dornier retten und dessen Regionaljet-Projekt übernehmen, was aber scheiterte. Dem Urteil zufolge sollen die Verurteilten seit 1997 bis zu zehn Milliarden Yuan durch Aktienmanipulationen kassiert haben, das sind umgerechnet eine Milliarde Euro.

Darüber hinaus muss das Unternehmen Shanghai Youlian Management Research Center, dass an der Spitze des Finanzkonglomerats steht, umgerechnet 30 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Firma hatte durch illegale Garantien zwischen 2001 und 2004 mehr als 4 Milliarden Euro angesammelt, blieb seinen Gläubigern am Ende aber 1,6 Milliarden Euro schuldig. D'long galt einst als größter Aktienbesitzer Chinas.

Nie zuvor seit der Gründung der Volksrepublik 1949 hatte sich ein chinesisches Gericht mit derart hohen Geldsummen beschäftigen müssen. Laut Xinhua brauchte das Gericht allerdings nur zwei Tage im Januar, um den Fall anzuhören. Die Urteile wurden am Samstag verkündet.

itz/mm.de



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.