Rückdatierte Aktienoptionen Apple schließt 14-Millionen-Dollar-Vergleich

Im Skandal um rückdatierte Aktienoptionen hat sich Apple einem Bericht zufolge auf einen Vergleich geeinigt. Wird dieser offiziell bestätigt, wäre ein jahrelanger Streit beendet. Tausende Optionen sollen manipuliert worden sein, darunter auch einige von Konzernchef Steve Jobs.

New York - Top-Manager von Apple   haben einem 14 Millionen Dollar schweren Vergleich zugestimmt. Mit diesem soll der jahrelange Streit um falsch datierte Aktienoptionen bei dem US-Computerkonzern abgeschlossen werden. Das berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf Gerichtsunterlagen. Apple-Aktien verloren nach Bekanntgabe des Vergleichs über drei Prozent an Wert.

Aktienoptionen werden oft als Vergütung gezahlt. Bei einer Rückdatierung wird nachträglich ein Termin ausgesucht, zu dem der Kurs der Aktie niedrig war. So lässt sich bei der späteren Einlösung der Optionen mehr Gewinn erzielen. Dies geht auf Kosten des Unternehmens und der Aktionäre.

Apple hatte Ende 2006 selbst zugegeben, dass im Konzern Aktien rückdatiert wurden. Insidern zufolge wurden zwischen 1997 und 2002 sogar Tausende Optionen manipuliert, darunter auch einige von Apple-Chef Steve Jobs. Apple hatte die Fehler mit Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe korrigiert.

Durch den jetzigen Vergleich soll der Skandal um die Rückdatierungen ganz aus der Welt geschaffen werden. Jobs und anderen heutige und frühere Führungskräfte einigten sich vor einem Bundesgericht im kalifornischen San Jose, berichtet das "Journal".

Im Rahmen der Einigung zahle eine Versicherung des durch die Optionen selbst geschädigten Unternehmens 14 Millionen Dollar an Apple. Der Konzern reiche davon knapp neun Millionen an Aktionäre weiter, die geklagt hatten. Mit diesem Geld sollen unter anderem die Anwaltskosten der Kläger getilgt werden. Der Vergleich muss noch bei einer Anhörung Ende Oktober offiziell bestätigt werden.

Apple ist nicht das einzige Unternehmen, bei dem Aktienoptionen rückdatiert worden sind. Das Verfahren war in den USA weit verbreitet und löste eine Welle von Untersuchungen und Klagen bei zahlreichen Unternehmen aus. Viele Manager verloren in der Folge ihre Jobs.

ssu/dpa