Rüstung Boeing und Lockheed bilden Raketenallianz

Die amerikanischen Rüstungskonzerne Boeing und Lockheed Martin beenden ihre jahrelange Konkurrenz im Raketengeschäft. Die Unternehmen arbeiten künftig bei der Produktion von Flugkörpern für das Pentagon zusammen.


Pentagon: Einsparungen zwischen 100 und 150 Millionen Dollar
Ken Hammond/ USAF

Pentagon: Einsparungen zwischen 100 und 150 Millionen Dollar

San Francisco - Wie beide Unternehmen gestern nach Börsenschluss mitteilten, sei ein entsprechendes Joint Venture mit Anteilen zu je 50 Prozent vereinbart worden. Das Unternehmen, zuständig für Boeing-Raketen des Typs Delta und Atlas-Raketen von Lockheed, werde den Namen United Launch Alliance tragen und noch in diesem Jahr mit der Arbeit beginnen.

Die United Launch Alliance soll unter anderem das US-Militär und die Nasa mit Flugkörpern beliefern. Die amerikanische Regierung als Auftraggeber für die Raketen werde von der Kooperation mit jährlichen Einsparungen zwischen 100 und 150 Millionen Dollar profitieren, hieß es.

Die Kooperation beendet einen jahrelang schwelenden Streit zwischen den US-Rüstungsgiganten. Erst vor wenigen Monaten hob das Pentagon einen fast zweijährigen Bann gegen Boeing auf. Das Unternehmen war von Aufträgen für die Raketensparte ausgeschlossen worden, weil es Dokumente vom Konkurrenten Lockheed entwendet hatte.

Die Verantwortlichen betonten entsprechend die nunmehr guten Beziehungen zwischen den Konzernen. "Wir können als Team zusammenkommen", sagte ein Boeing-Sprecher. "Die Kooperation garantiert der Regierung volle Kostentransparenz", sagte Lockheed-Chairman Robert J. Stevens.



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