»Nationalisierung des Besitzes« Russland droht westlichen Unternehmen mit Verstaatlichung

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ziehen sich immer mehr westliche Unternehmen vom russischen Markt zurück. Nun holt Russland zum Gegenschlag aus.
McDonald's-Filiale in Russland: Moskau droht mit Vergeltung

McDonald's-Filiale in Russland: Moskau droht mit Vergeltung

Foto: Pavel Bednyakov / SNA / IMAGO

Westlichen Unternehmen, die wegen des Ukrainekriegs ihr Geschäft in Russland einstellen, droht eine Verstaatlichung ihrer Betriebe und Produktionsstätten. Die Firmen würden »praktisch ihre Kollektive ihrem Schicksal« überlassen, sagte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew. Die russische Regierung arbeite deshalb an Schritten, um eine Insolvenz der Unternehmen und dann eine Nationalisierung des Besitzes in die Wege zu leiten, sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrates. Vorrangige Aufgabe sei, dass die Menschen der Unternehmen nicht auf der Straße landeten.

Betroffen wären unter anderem Unternehmen aus Deutschland, weiteren EU-Staaten und den USA. Noch gibt es aber kein konkretes Gesetz, um das Vermögen zu verstaatlichen. Aber die Forderungen prominenter Politiker, auf die Sanktionen des Westens auf diese Weise zu reagieren, nehmen zu. Das russische Parlament könnte schon bald über ein solches Vorgehen entscheiden.

»Eine Rückkehr wird nicht einfach sein«

Viele westliche Firmen hatten zunächst nur mitgeteilt, dass der Betrieb ausgesetzt werde. Von Einstellung oder Rückzug war in den meisten Fällen nicht die Rede. »Was auch immer die Gründe des Weggangs sind, so sollten die ausländischen Firmen verstehen, dass eine Rückkehr auf unseren Markt schon nicht mehr einfach sein wird«, sagte Medwedew.

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ziehen sich derzeit immer mehr westliche Unternehmen vom russischen Markt zurück. Der Boykott reicht von Apple über BMW und Ikea bis hin zu Siemens und Visa. Westliche Staaten haben harte Sanktionen gegen Russland verhängt.

hej/dpa-AFX
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