Warnung von Versorgungsfirma Russland liefert kein Gas mehr nach Italien

Mitten in der Energiepreiskrise kappt Russland auch seine Gaslieferungen nach Rom. Wahlsiegerin Giorgia Meloni verspricht, die »nationalen Interessen« ihres Landes in den Vordergrund zu stellen.
Wahlsiegerin Meloni (Fratelli d'Italia): Kein Gas für Italien

Wahlsiegerin Meloni (Fratelli d'Italia): Kein Gas für Italien

Foto: Yara Nardi / REUTERS

Russland hat nach Auskunft des italienischen Versorgers Eni seine Gaslieferungen an das Land vorerst eingestellt. Der russische Konzern Gazprom habe mitgeteilt, dass er kein Gas mehr durch Österreich liefern könne, teilte Eni mit.

Das russische Gas kommt normalerweise an dem italienisch-österreichischen Grenzort Tarvisio in Italien an und wird von dort verteilt. Bereits in den vergangenen Tagen waren die Liefermengen stark zurückgegangen.

Ein Eni-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Ansa, Gazprom habe mitgeteilt, nicht mehr nach Österreich liefern zu können. Das sei allerdings unwahr: Österreich bekomme nach Auskünften von Eni weiterhin russisches Gas.

40 Prozent Gas aus Russland

Italien hatte bis zum Ausbruch des Krieges in der Ukraine rund 40 Prozent seines Gases aus Russland erhalten. Dann schlossen die Regierung in Rom und der teilstaatliche Konzern Eni mit etlichen anderen Ländern – etwa Algerien – Abkommen ab, um die Abhängigkeit von Moskau zu minimieren. In den zurückliegenden Monaten hieß es, Italien bekomme nur noch rund 25 Prozent seines Gases aus Russland.

Wenn nun das Gas aus Russland fehlt, verschärft dies eine ohnehin besorgniserregende Krise. Damit muss sich nun die voraussichtlich künftige Ministerpräsidentin Giorgia Meloni befassen. Sie war mit ihrer rechtspopulistischen Partei »Fratelli d'Italia« und dem rechten Lager als Siegerin aus der Parlamentswahl hervorgegangen. Eine Koalition hat sie bislang allerdings nicht gebildet.

Bei einer Landwirtschaftsmesse versprach Meloni nun Landwirten und Erzeugern, die »nationalen Interessen bei der Bewältigung der steigenden Energiekosten« in den Vordergrund zu stellen. Das sei etwas, das sich in den kommenden Monaten ändern werde, sagte Meloni. Italien verteidige wieder seine eigenen Bedürfnisse – »denn das tun alle anderen auch«.

rai/dpa/AP
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