Erfolgreiche Währungsstabilisierung Russischer Rubel macht Sanktionsverluste fast vollständig wett

Mit teils drastischen Maßnahmen hat Russland den Absturz des Rubels gestoppt. Inzwischen hat die Währung sogar wieder massiv Boden gutgemacht gegenüber Dollar und Euro.
Wechselstube in Moskau

Wechselstube in Moskau

Foto: Vyacheslav Prokofyev / ITAR-TASS / IMAGO

Nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine war der Rubelverfall die unmittelbarste Kriegsfolge, die Russlands Bürger zu spüren bekamen. Zwischenzeitlich verlor die russische Währung im Vergleich zu Dollar und Euro fast die Hälfte an Wert.

Fünf Wochen nach Kriegsausbruch allerdings stellt sich die Lage derzeit anders dar. Die Stabilisierungsmaßnahmen der russischen Führung scheinen Erfolg zu haben. Nicht nur wurde der Absturz des Rubels gestoppt, die russische Währung konnte die verlorenen Verluste sogar fast vollständig wettmachen. So kostet ein Dollar derzeit etwa 81 Rubel – vor Kriegsausbruch waren es 75 Rubel gewesen. Auch gegenüber dem Euro hat der Rubel Boden gutmachen können.

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Russland hatte mit einer ganzen Reihe von Schritten auf den Rubelcrash im Februar reagiert. So wurden russische Exportfirmen verpflichtet, 80 Prozent ihrer Deviseneinnahmen innerhalb von drei Tagen in Rubel zu tauschen. Transaktionen ausländischer Investoren wurden eingeschränkt. Russischen Bürgern wurde untersagt, mehr als 10.000 Dollar außer Landes zu bringen. Überweisungen ins Ausland wurden auf eine Summe von 5000 Dollar pro Monat gedeckelt. Geschäftsbanken wurde zudem mindestens bis September untersagt, Bürgern ausländische Währungen gegen Rubel zu verkaufen.

Für die russische Führung ist die Stabilisierung der Währung eine wichtige Entwicklung, weil die massive Abwertung der Währung sonst Ersparnisse und Kaufkraft der russischen Bevölkerung drastisch mindern und damit sozialen Unmut schüren könnte. Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass zahlreiche Konsumgüter nicht in Russland produziert werden, sondern aus dem Ausland teuer importiert werden müssen. Weil sie oft in Dollar oder Euro bezahlt werden müssen, steigt bei fallendem Rubelkurs der Preis, den russische Kunden am Ende in Geschäften in Moskau oder Sankt Petersburg zahlen müssen.

Tatsächlich waren die Preise für viele Waren in die Höhe geschossen. Die offizielle Inflationsrate stieg vergangene Woche auf mehr als 15 Prozent.

beb
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