Russland Zahl der Milliardäre hat sich 2008 halbiert

Oligarchen wie Oleg Deripaska galten 2008 noch als Geld-Elite. Inzwischen ist das Vermögen von 52 reichen Russen deutlich unter die Milliardengrenze geschrumpft, einige sollen zudem hoch verschuldet sein. Schuld am massiven Vermögensverlust ist nicht zuletzt der Absturz des Ölpreises.

Moskau - Die Zahl der Dollar-Milliardäre in Russland hat sich im vergangenen Jahr mehr als halbiert. "Aufgrund der Finanzkrise sind die Vermögen von 52 Russen derart geschrumpft, dass sie nicht mehr den Ehrentitel des Dollar-Milliardärs tragen können", berichtete die Zeitschrift "Finans".

Nach einem Rekord von 101 Milliardären im Jahr 2007 hatten demnach 2008 nur noch 49 Russen ein Vermögen von über einer Milliarde Dollar. Das gemeinsame Vermögen der zehn reichsten Menschen in Russland betrug 2008 laut "Finans" 75,9 Milliarden Dollar - ein Minus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Es ist einfach jeder ärmer geworden", sagte "Finans"-Chefredakteur Oleg Anisimow.

Schuld an dem massiven Vermögensverlust ist nicht zuletzt der rapide gesunkene Ölpreis. Die stark gestiegenen Rohstoffpreise hatten das Vermögen vieler Russen in den vergangenen Jahren regelrecht anschwellen lassen. Im Juni 2008 kostete das Barrel Öl noch 147 Dollar, inzwischen kostet die US-Marke Brent nur noch 46 Euro.

Die gesunkenen Rohstoffpreise stellen viele reiche Russen vor Schuldenprobleme, da sie in guten Zeiten Darlehen in Milliardenhöhe aufnahmen. Der Oligarch Oleg Deripaska etwa, der im vergangenen Jahr noch Platz eins bei Russlands Reichen belegte, soll inzwischen tief in der Kreide stehen.

ssu/AFP
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