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Säumige Sowjet-Schuldner

aus DER SPIEGEL 22/1976

Das Eintreiben fälliger Forderungen gegenüber Schuldner-Ländern der Dritten Welt fällt der Sowjet-Union schwerer als manchem kapitalistischen Staat. Als Hauptgrund für die besonders schlechte Zahlungsmoral etlicher Sowjet-Schuldner führt eine private US-Forschungsgruppe den politischen Rechtsrutsch in diesen Ländern an. Die kommunistischen Gläubiger hätten Mühe, »grollende rechte Regimes« zu überreden, »die Schulden abzutragen, die von ihren linken Vorgängern aufgehäuft wurden«. So hatten die Ostblock-Gläubiger in Indonesien Forderungen in Höhe von einer Milliarde Dollar abzuschreiben, die USA dagegen verloren nur 215 Millionen Dollar. Auch die 168 Millionen Dollar, die Moskau der Allende-Regierung borgte. gelten nach dem Rechts-Rutsch als uneinbringlich. Großen Druck übt die Sowjet-Union nun auf Ägypten aus, das nur mit Sowjet-Hilfe den Assuan-Staudamm bauen konnte, um über drei Milliarden Dollar Außenstände wieder hereinzubekommen.

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