Sanierung Merkel und Chirac vereinbaren gleiche Lastenverteilung bei Airbus

Es war als Routinetreffen geplant und wurde dann vor allem ein Airbus-Gipfel: Bei ihrem Gespräch in Meseberg haben Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident das geplante Sparprogramm des Flugzeugbauers besprochen. Beide versichern: Die Belastungen würden fair verteilt.


Meseberg - Merkel betonte am Mittag, der "Gedanke der Partnerschaft" solle auch die kommende Neuaufstellung des Unternehmens bestimmen. Bei EADS Chart zeigen und Airbus müsse eine Balance zwischen Deutschland und Frankreich hergestellt sein, den wichtigsten Ländern dieses Projektes. Präsident Jacques Chirac sagte, es gehe nicht an, dass Standorte in einem der Länder aufgegeben würden, ohne dass es Kompensation dafür gebe.

Verständigungsgesten: Merkel und Chirac zu Beginn des Treffens
AP

Verständigungsgesten: Merkel und Chirac zu Beginn des Treffens

In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Politiker hieß es, sie vertrauten auf eine Entscheidung der Unternehmensführung, die nun gefällt werden müsse. Sie gingen davon aus, dass bei der Restrukturierung "die Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Technologie und das Gleichgewicht der Kompetenzen in den betroffenen Staaten berücksichtigt wird".

Merkel und Chirac betonten, dass das "Erfolgsmodell Airbus auf dem Gedanken der Partnerschaft basiert, der selbstverständlich auch Grundlage der Anpassungsmaßnahmen ist". Beide stünden hinter Airbus. Bei den in den nächsten Tagen anstehenden Entscheidungen müsste die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt werden.

Werden vier Werke in Deutschland verkauft - und vier in Frankreich?

Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) setzt weiter auf eine einvernehmliche Einigung. "Ich hoffe, dass es eine Lösung gibt, die sowohl dem deutschen als auch dem französischen Anliegen entspricht, nämlich in beiden Ländern Hochtechnologie zu halten", sagte Glos noch vor dem Merkel-Chirac-Gipfel. Zu Spekulationen über den Umfang des erwarteten Stellenabbaus in Deutschland und den Verkauf einzelner Airbus-Werke wollte er sich nicht äußern. Die unternehmerischen Entscheidungen seien Sache des Konzernmanagements. "Es wäre schädlich, wenn sich die Politik in Detailregelungen einmischen würde", sagte er.

Der Airbus-Sanierungsplan Power 8 sieht nach einem französischen Medienbericht die Trennung von Werken in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien vor. Die Wirtschaftszeitung "Les Echos" berichtete, in Deutschland seien die Werke in Varel, Nordenham, Laupheim und Buxtehude betroffen.

Airbus-Chef Louis Gallois stelle auch vier französische Produktionsstätten in Méaulte, Saint-Nazaire, Rochefort und Tarbes sowie Filton in Großbritannien und Puerto Real in Spanien zur Disposition. Das Blatt schrieb weiter, die deutsche Seite hätte zudem auf die Rumpfproduktion des neuen A350 verzichtet. Quellen für den Bericht nannte "Les Echos" nicht.

Der EADS-Aufsichtsrat werde sich voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche treffen, um diesen neuen Plan zu verabschieden. Ursprünglich hätte das Airbus-Sparprogramm am 20. Februar bekannt gegeben werden sollen. Doch wegen strittiger Fragen um die Airbus-Standorte war die Bekanntgabe verschoben worden.

itz/dpa



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