Sanierungskonzept US-Richter genehmigt Aufspaltung von General Motors

Der Weg für die Sanierung des angeschlagenen US-Konzerns General Motors ist frei: Ein US-Bundesgericht hat entsprechende Restrukturierungspläne der Regierung abgesegnet. Der Richter betont, eine Abwicklung des Unternehmens komme nicht in Frage - denn die Folgen wären katastrophal.


New York/Bangalore - Das Schicksal des krisengeschüttelten US-Autobauers General Motors (GM) Chart zeigen lag seit Donnerstag in den Händen von Bundesrichter Robert Gerber. Er hatte zu entscheiden, ob die Restrukturierung des Konzerns wie geplant vorgenommen werden kann. Am Sonntagabend fällte Gerber seine Entscheidung. Er billigte die Sanierungspläne.

GM-Händler in den USA: Restrukturierung genehmigt
REUTERS

GM-Händler in den USA: Restrukturierung genehmigt

Damit ist der Weg frei für das Vorhaben der US-Regierung, im Insolvenzverfahren möglichst schnell die profitablen Teile des einst weltgrößten Autobauers in ein neues, überwiegend staatliches Unternehmen auszugliedern. "Wenn General Motors abgewickelt wird, bleibt nichts für die Aktionäre", begründete Gerber den Beschluss. Er wies die Einwände unzufriedener Gläubiger zurück. Einzige Alternative wäre, GM zu liquidieren, und das wäre ein "katastrophales Ergebnis", argumentierte Gerber.

GM hatte im Vorfeld des Urteils eindringlich für eine Genehmigung durch das Gericht geworben. Alles andere hätte katastrophale und unumkehrbare Folgen für den Konzern und die gesamte Autoindustrie, sagte GM-Anwalt Harvey Miller in der vergangenen Woche. Die Regierung hatte gedroht, sie könnte sich nach dem 10. Juli von der Finanzierung der GM-Insolvenz zurückziehen.

Gerber musste rund einen Monat nach dem GM-Antrag auf Insolvenz darüber entscheiden, ob der Traditionskonzern seine Filetstücke wie geplant schnell an Staat, Gewerkschaften und Gläubiger verkaufen darf. Die US-Regierung stützte GM während des Verfahrens mit Milliardenhilfen und will gemeinsam mit Kanada als künftiger Eigentümer einsteigen. Einer schnellen Genehmigung des Verkaufs stellte sich jedoch eine Gruppe von Gläubigern in den Weg, die ein klassisches "Chapter 11"-Verfahren nach dem US-Gläubigerschutz favorisieren und sich bei den staatlichen Rettungsbemühungen übergangen fühlen.

Ein "neuer GM-Konzern" soll die wertvollsten Sparten wie die Marken Chevrolet und Cadillac erhalten. Die übrigen Teile sollen abgewickelt werden. Die deutsche GM-Tochter Opel wurde von der Bundesregierung vor dem Insolvenzverfahren gerettet. Mit Vermögenswerten über rund 82 Milliarden und Verbindlichkeiten von rund 173 Milliarden Dollar zu Ende März war die GM-Insolvenz die drittgrößte in der Geschichte der US-Wirtschaft. Nur die "Chapter 11"-Verfahren der US-Bank Lehman Brothers und des Telekommunikationskonzerns Worldcom waren größer.

beb/Reuters/dpa



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Benjamin1965 30.03.2009
1. Grosse Frage
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt stellen. Leider kann man das von einer deutschen Regierung nicht behaupten.
Laotse, 30.03.2009
2. Verpuppung
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
Beutz 30.03.2009
3. Versager
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Tom_63, 30.03.2009
4. Neue Produkte
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das Gleiche. Wenn sie weiter so schlafen dann ist es auch um sie geschehen. Auf keinen Fall dürften die Autobauer durch staatliche Hilfe gestützt werden. Dies gilt auch für die Banken.
kleinrentner 30.03.2009
5. nur wer für den Markt sprich Nachfrage produziert
Zitat von LaotseDa müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die asozialen Opelbetriebsräte, denen das Schicksal und vor allem die Arbeitsbedingungen ihrer Leih-und Zeitarbeiter jahrelang nicht im Geringsten interessierte, jetzt die deutsche Politik mitleidsheischend versuchen in eine Staatsbeteiligung zu quatschen. Schlage vor, die Herren Betriebsräte fahren nach Detroit und jammern da, bei ihrem Herrn und Brötchengeber. Opel ist schliesslich seit 80 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr, und als Steuerzahler ein Totalverweigerer.
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