Sanierungskurs Post übernimmt Karstadt-Logistik

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern KarstadtQuelle trennt sich von weiteren Randsparten. Nachdem zuvor schon die Kaffeehauskette Starbucks verkauft wurde, hat sich nun ein Abnehmer für den Logistikbereich gefunden.


Karstadt-Filiale: Das Rettungsprogramm kommt voran
DPA

Karstadt-Filiale: Das Rettungsprogramm kommt voran

Essen - Die Deutsche-Post-Tochter DHL übernehme die Warenhauslogistik sowie die Groß- und Stückgut-Logistik für mehr als 200 Millionen Euro, sagte KarstadtQuelle-Chef Christoph Achenbach. Nach Post-Angaben beträgt das jährliche Vertragsvolumen für DHL rund 500 Millionen Euro. Bei einer Laufzeit von 10 Jahren habe die Vereinbarung ein Umsatzvolumen von fünf Milliarden Euro, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel.

Nach dem Verkauf des Großteils der Logistiksparte rechne KarstadtQuelle Chart zeigen mit einer jährlichen Kostenersparnis von drei bis fünf Prozent, sagte Achenbach. Von den im Vorjahr angekündigten Beteiligungsverkäufen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro seien inzwischen 35 Prozent umgesetzt worden. Die gesamte Logistik mache 50 bis 60 Prozent der Desinvestitionen aus.

In der Logistik will KarstadtQuelle nun bis Jahresmitte noch die beiden verbliebenen Großimmobilien, die Warenverteilzentren in Unna und Frankfurt, verkaufen. Die Post hat zwar die gesamte Abwicklung dieser Logistik-Bereiche übernommen, die Gebäude selbst jedoch nicht.

Einen Kauf schloss Post-Chef Klaus Zumwinkel zwar nicht generell aus, bezeichnete diesen aber als unwahrscheinlich. Ebenfalls noch auf der Verkaufsliste steht die vergleichsweise kleine Paket-Logistik von KarstadtQuelle, die der Konzern derzeit noch selbst betreibt.

Mit dem Verkauf setze der Konzern, der im vergangenen Jahr knapp der Insolvenz entging, sein Restrukturierungsprogramm fort, hieß es lediglich. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus Verhandlungskreisen erfuhr, ist auch der Verkauf der Groß- und Stückgut-Logistik an den Dienstleister Fiege perfekt. Allerdings sei der Vertrag noch nicht unterschrieben worden.

KarstadtQuelle will sich von Warenhäusern, Fachhändlern und Beteiligungen im Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro trennen, um die Sanierung voranzutreiben. Bereits verkauft wurden der Anteil am Kaffeehausbetreiber Starbucks, zwei Call-Center und zwei Warenhäuser.

Auch bei den Gesprächen über den Verkauf von Fachgeschäftsketten wie Sinn Leffers oder Runners Point kommt das Handelshaus nach eigenen Angaben gut voran und hat bereits zahlreiche Interessenten. "Wir sind dabei sauber im Plan. Ich kann mich nicht über die Anzahl der Interessenten beschweren", sagte Achenbach.



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