Sanierungsnot General Motors muss 25.000 Stellen streichen

Die Diskussionen um Sanierung der europäischen Standorte ist kaum abgeschlossen, Rekordverluste für das erste Quartal 2005 machen die Runde - die Hiobsbotschaften von General Motors reißen nicht ab. Jetzt verkündete GM-Chef Rick Wagoner die Streichung von 25.000 Stellen bis 2008.


SUVs von General Motors: Höchster Quartalsverlust der letzten 13 Jahre
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SUVs von General Motors: Höchster Quartalsverlust der letzten 13 Jahre

Wilmington - Im Auftaktquartal 2005 halfen selbst hohe Rabatte, Null-Zins-Kredite oder Zusatzausstattungen nicht mehr. Mit einem Minus von 1,1 Milliarden US-Dollar hatte der weltgrößte Autohersteller im ersten Vierteljahr 2005 den höchsten Quartalsverlust seit 13 Jahren eingefahren.

Entsprechend schwer wird es für Wagoner auf der heutigen Hauptversammlung werden, auf der der GM-Chef seinen Sanierungsplan für den angeschlagenen Autokonzern präsentiert. Das wichtigste Detail ist schon bekannt. 25.000 Arbeiter werden ihre Stelle verlieren, einige Teile- und Autofabriken sollen geschlossen werden. Die Produktionskapazität soll bis Ende dieses Jahres auf fünf Millionen Autos reduziert werden. Im Jahr 2002 produzierten die GM-Arbeiter noch sechs Millionen Autos. Wagoner verspricht sich davon jährliche Kostensenkungen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar.

GM befindet sich auch in intensiven Verhandlungen zur Reduzierung eskalierender Krankenversicherungskosten mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW. Wagoner sprach in diesem Zusammenhang von einer Krise. Er wisse nicht, ob man zu einer Einigung kommen könne.

Wagoner steht unter enormem Erfolgsdruck. Vor allem mit dem neuen Großaktionär Kirk Kerkorian, der schon DaimlerChrysler in einen jahrelangen Prozess verstrickte, wird der GM-Boss keinen Zuhörer haben, der leicht zufrieden zu stellen ist. Gelingt es Wagoner nicht, das Ruder beim größten Autobauer der Welt in Kürze herumzureißen, könnten seine Tage als Spitzenmanager bei GM gezählt sein.



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