Sanierungsplan Heros streicht 1600 Jobs

Die Pleite der Geldtransportfirma Heros erschütterte die ganze Branche. Jetzt soll das Unternehmen unter einem neuen Namen starten. Doch vorher wird hart saniert. 1600 Jobs werden gestrichen und 37 von 65 Standorten dichtgemacht.


Hannover - Das Sanierungsprogramm ist heftig: 1600 von 4100 Stellen fallen weg, mehr als die Hälfte der Standorte des einstigen Marktführers werden dichtgemacht. Betriebsräte, Gewerkschaft und Insolvenzverwaltung haben sich gemeinsam auf die Maßnahmen geeinigt.

Geldtransporter von Heros: Nachfolgeunternehmen soll mit "tragfähigen Strukturen" starten
DPA

Geldtransporter von Heros: Nachfolgeunternehmen soll mit "tragfähigen Strukturen" starten

Das Nachfolgeunternehmen SecurLog solle von Beginn an mit einer "tragfähigen Struktur" an den Start gehen, sagte ein Sprecher der US-Beteiligungsgesellschaft MatlinPatterson, die Heros übernommen hatte. Die Geldtransportgruppe war im Frühjahr nach einem Unterschlagungs-Skandal zusammengebrochen. SecurLog will die Geschäftsaktivitäten vom Insolvenzverwalter am 18. Juni übernehmen.

Geschlossen werden unter anderem Heros-Niederlassungen in Würzburg, Augsburg, München, Rosenheim, Hamburg, Frankfurt, Kiel, Koblenz und Stuttgart, sagte Insolvenzverwalter Manuel Sack. In diesen Städten gebe es bislang mehrere Heros-Filialen, von denen jeweils nur eine weitergeführt werde. Geschlossen würden aber auch Standorte wie Mannheim, Dortmund oder Karlsruhe, weil es in den Nachbarstädten weitere Niederlassungen gebe.

Den 1600 Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, wird nach Angaben von Sack angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dort würden die Mitarbeiter drei bis acht Monate lang für 80 Prozent ihres bisherigen Gehalts beschäftigt, durch Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert und dann in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt, sagte Sack weiter.

Man habe die begründete Hoffnung, einen Großteil von ihnen tatsächlich in neue Jobs vermitteln zu können. Es gebe bereits entsprechende Anfragen, etwa von Personalserviceunternehmen.

ase/AP/dpa



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