Sanierungsplan Woolworth will mehr als die Hälfte der Mitarbeiter entlassen

Woolworth hat eine Aussicht auf Rettung - doch am Ende wird die Billig-Kaufhauskette nur noch ein Schatten ihrer Selbst sein: Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter muss mit der Kündigung rechnen, die Zahl der Filialen wird drastisch reduziert.


Köln - Die Erfahrung hat gezeigt: Die Mini-Filialen rechnen sich ebenso wenig wie die großen Häuser. Erhalten bleiben dem neuen Konzept zufolge deshalb nur die mittleren Betriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern.

Woolworth-Filiale in Frankfurt: Große Häuser müssen schließen
dpa

Woolworth-Filiale in Frankfurt: Große Häuser müssen schließen

Von der einstigen Größe wird die Kaufhauskette nach der Sanierung aber meilenweit entfernt sein. Woolworth werde künftig nur noch 142 der bisher 311 Filialen in Deutschland weiterbetrieben, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann am Donnerstag in Köln. Mit dem Sanierungsplan könne "etwas weniger als die Hälfte der Arbeitsplätze gerettet" werden. Woolworth beschäftigt 9300 Mitarbeiter.

Das Konzept sehe eine Konzentration auf mittelgroße Filialen vor, in denen ein Großteil der Belegschaft beschäftigt sei, erklärte Hermann. Trennen will sich Woolworth von kleinen Filialen mit im Schnitt zehn Mitarbeitern. Auch große Filialen mit über hundert Beschäftigten und mehr als 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche stünden auf der Kippe, hieß es weiter.

Ziel des Sanierungsplans sei es, "das Kerngeschäft von Woolworth" zu erhalten, teilte der Insolvenzverwalter mit. Demnach soll das Sortiment deutlich verschlankt und vor allem von Artikeln bereinigt werden, die wenig Gewinn und Umsatz bringen. Das Festhalten von Woolworth an den mittelgroßen Filialen mit bis zu 30 Mitarbeitern und einer Verkaufsfläche von 900 bis 1600 Quadratmeter sei für das künftige Geschäft der Kaufhauskette besonders erfolgversprechend, so Hermann weiter.

Die größten Pleiten im ersten Halbjahr 2009
Insolvenzen und betroffene Mitarbeiter
Die größten Firmenpleiten im Deutschland im ersten Halbjahr 2009 nach einer Übersicht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit der Zahl der betroffenen Mitarbeiter. Die Zahlen können von Unternehmensangaben abweichen. So sprach Arcandor bislang von rund 40.000 betroffenen Beschäftigten.
Arcandor
Woolworth
Qimonda
Wadan-Werften
Schiesser
Märklin
Rosenthal
Adessa
Textileinzelhandel, 900 Mitarbeiter
Kampa

mik/dpa-AFX/Dow Jones



insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
entreotto 14.04.2009
1.
Zitat von sysopImmer mehr Firmen werden vom Konjunktureinbruch hart getroffen. Nach Märklin, Schiesser und Karmann hat nun auch Woolworth Insolvenz angemeldet. Droht Deutschland eine Pleitewelle?
echt ? Woolworth hat Insolvenz angemeldet ? Bin neulich in Dillingen an der Saar vor einem entgültig geschlossenen Woolworth - Filiale vorbeigelaufen. Also ich glaube, daß bei Woolworth zu viele Filialen schlecht laufen,liefen so eine Kette kann nur wenige schlechte Filialen mitziehen, die Margen sind im Einzelhandel zu gering.
kollateralschaden 14.04.2009
2.
Zitat von entreottoecht ? Woolworth hat Insolvenz angemeldet ? Bin neulich in Dillingen an der Saar vor einem entgültig geschlossenen Woolworth - Filiale vorbeigelaufen. Also ich glaube, daß bei Woolworth zu viele Filialen schlecht laufen,liefen so eine Kette kann nur wenige schlechte Filialen mitziehen, die Margen sind im Einzelhandel zu gering.
Hier in UK ist Woolworth schon letztes Jahr pleite gegangen.
Wattläufer 14.04.2009
3.
Zitat von sysopImmer mehr Firmen werden vom Konjunktureinbruch hart getroffen. Nach Märklin, Schiesser und Karmann hat nun auch Woolworth Insolvenz angemeldet. Droht Deutschland eine Pleitewelle?
Woolworth hatte kein Image. Der "für-jeden etwas" aber nicht kundenorientierte Kramladen passte nicht mehr in unsere Zeit. Der nächste den es treffen wird, wird K'stadt sein. Das Kundenverhalten hat sich geändert und wer da nicht mitmacht hat selber Schuld. Das hat nichts mit Konjunktureinbruch zu tun. Das war schon immer so. Karmann, Märklin haben am Markt vorbei produziert. Karmann war nur noch Dienstleister für Andere ohne eigenes Profil und Märklin hat nicht erkannt, daß die dt. Jugend vorwiegend aus Migranten besteht, die mit unserer (Industrie-)kultur bzw. dem Nachbau 1 : 84 nichts am Hut haben. Wattläufer
problematix 14.04.2009
4.
Zitat von sysopImmer mehr Firmen werden vom Konjunktureinbruch hart getroffen. Nach Märklin, Schiesser und Karmann hat nun auch Woolworth Insolvenz angemeldet. Droht Deutschland eine Pleitewelle?
Wie sieht es denn im Mittelstand und bei Kleinbetrieben aus?
rkinfo 14.04.2009
5.
Zitat von sysopImmer mehr Firmen werden vom Konjunktureinbruch hart getroffen. Nach Märklin, Schiesser und Karmann hat nun auch Woolworth Insolvenz angemeldet. Droht Deutschland eine Pleitewelle?
Dinge wie Konjunkturpaket und Abwrackprämie schützen ja bereits Firmen vor Pleite. Andererseits wird eine 'Opel-Pleite' von ca. 50% aller Deutschen erwartet. Und Opel fährt aktuell Sonderschichten. Nimmt man Opel Referenz, dann sind 2/3 aller Firmen bis Jahresende im Land pleite. Man kann nur hoffen, dass im Land das Problembewußtsein für das Risiko 'totales Ende unseres Landes' langsam mal wächst. Wir leben seit Oktober 2008 = Untergang des Weltfinanzsystems vom Hilfsstrukturen. Letztlich nicht anders wie 'Brot für die Welt' in Afrika - nur viel teurer. Aber irgendwann versiegen die Hilfsmöglichkeiten und die Firmen im Land gehen in die Pleite. Wobei unser Insolvenzrecht derart früh 'Insolvenzantrag' fordert, dass das Land täglich vor dem ultimativen Kollaps steht.
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