Sanktionierte Gaspipeline Betreiber von Nord Stream 2 entlässt alle Angestellten

Die Gaspipeline Nord Stream 2 ist fertig – dass sie je benutzt wird, ist aber unwahrscheinlich. Das sieht offenbar auch das Betreiberunternehmen so: Es kündigt 140 Mitarbeitern.
Als Nord Stream 2 noch eine Baustelle war: Pipeline-Bau in Lubmin im März 2019

Als Nord Stream 2 noch eine Baustelle war: Pipeline-Bau in Lubmin im März 2019

Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP

Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im steuergünstigen Schweizer Kanton Zug hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Guy Parmelin allen Angestellten gekündigt. 140 Menschen seien betroffen, sagte Parmelin im Westschweizer Fernsehen.

Das Unternehmen habe für diesen Dienstag um ein Treffen mit Vertretern der Kantonsbehörden gebeten, berichtete der Sender. Die Betreiberfirma reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Die USA hatten vergangene Woche Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG verhängt und damit weitere Geschäfte mit dem Unternehmen untersagt.

Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Gazprom und hat den Hauptsitz in Zug, gut 30 Kilometer südlich von Zürich. Die fertig gestellte Pipeline, die durch die Ostsee führt, sollte russisches Gas nach Deutschland bringen. Die Bundesregierung hat das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 angesichts der russischen Eskalation in der Ukraine vergangene Woche auf Eis gelegt.

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Seit vergangener Woche steht auch fest, dass die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV des Landes Mecklenburg-Vorpommern aufgelöst wird. Ursprünglich hatte es geheißen, sie solle nach dem Stopp für Nord Stream 2 den anderen Satzungszielen dienen, die sich auch aus dem Namen der Stiftung erklären. Die vorrangige Aufgabe der Stiftung bestand in der Förderung der Pipeline, dafür war Ministerpräsidentin Manuela Schwesig teils heftig kritisiert worden, auch weil die Stiftung hauptsächlich vom russischen staatlichen Gaskonzern Gazprom finanziert wurde.

mamk/dpa-AFX