SAP Analysten uneins über Kursrutsch

Die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns SAP fielen im Frankfurter Handel um mehr als acht Prozent. Während einige Analysten darin bereits einen Trend erkennen, halten andere den Kursrutsch für "irrational".


Frankfurt am Main - Der Grund für den Fall des SAP-Kurses war offensichtlich. Die Papiere des US-Konkurrenten Oracle waren am Dienstag um mehr als elf Prozent eingebrochen. US-Händler sagten, es gebe Gerüchte im Markt, denen zufolge die Aktien von Oracle heruntergestuft werden sollen. "Lange Zeit konnten die B2B-Werte die allgemeine Schwäche der Technologietitel trotzen, und nun geben sie nach", sagte ein Analyst. "Das erwischt natürlich auch SAP."

Eine Analystin einer Frankfurter Großbank sieht die Kursverluste im Vorfeld der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das dritte Quartal am 19. Oktober. SAP könnte sich deshalb in den kommenden Wochen "sehr volatil" präsentieren.

Für "übertrieben und irrational" hält dagegen Theo Kitz, Analyst von Merck Finck & Co, die heftigen Kursabschläge. Seiner Meinung nach könnten Gerüchte die Verkaufswelle ins Rollen gebracht haben, das dritte Quartal von SAP sei schlecht gelaufen. Dies sei aber unbegründet, da SAP gerade in diesem Quartal zwei Großaufträge an Land gezogen habe, nämlich von Exxon Mobil und Singapore Airlines, so Kitz. Er erwartet deshalb, dass sich der Kurs der SAP-Aktie bald wieder erholt.



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