SAP Masseneinstellungen in Indien

SAP will seine Mitarbeiterzahl in Indien um 1900 erhöhen. Damit entsteht dort der zweitgrößte Standort nach Deutschland für die Software-Entwicklung.


Bangalore - Für den personellen Zuwachs will SAP Chart zeigen bis Ende 2006 rund 20 Millionen Euro investieren. Indien sei ein wichtiger Standort für die eigene Softwarentwicklung, sagte SAP-Chef Henning Kagermann in Bangalore. SAP beschäftigt in der Stadt in einem Technologiezentrum bereits 1100 Mitarbeiter.

SAP-Chef Kagermann in Bangalore: "Indien ist der weltweite Knotenpunkt"
DPA

SAP-Chef Kagermann in Bangalore: "Indien ist der weltweite Knotenpunkt"

Nach den Neueinstellungen wird Indien laut Kagermann der größte ausländische Standort für Softwareentwicklung sein. Weltweit beschäftigt SAP rund 30.000 Mitarbeiter.

"Indien ist der weltweite Knotenpunkt für unsere Software-Entwicklung", sagte Kagermann. "Wir suchen weltweit nach den besten Talenten und hier können wir schnell fündig werden." Der indische Softwaremarkt sei zudem für den Konzern von wachsender Bedeutung. SAP hat laut Kagermann dort einen Marktanteil von 58 Prozent und 650 Kunden.

SAP hatte schon Anfang des Jahres angekündigt, die Mitarbeiterzahl in Indien auszubauen. Damals hieß es, der Standort werde niemals größer als Deutschland. Im Februar berichtete SAP, in diesem Jahr weltweit rund 1500 neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Die meisten neuen Stellen entstünden in den USA, Indien und Asien. Noch im Mai hatte Kagermann erklärt, die Zahl der SAP-Softwareentwickler in Indien werde von 1000 auf 1500 ansteigen.

Neben dem Ausbau in Indien ist der Softwarekonzern Presseberichten zufolge an dem israelischen Softwareunternehmen Amdocs interessiert. SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi habe bei dem Hersteller von Fakturierungs-Software vorgefühlt, berichtet die israelische Zeitung "Ha'aretz".

Agassi habe dies nicht kommentieren wollen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Amdocs habe außerdem dementiert, sie stünden in Kontakt mit SAP. Das Unternehmen ist auf CRM-Programme spezialisiert und liefert beispielsweise die Software für Telefonrechnungen für große europäische Konzerne. Zu den Kunden zählen unter anderem Mobilkom Austria und Vodafone Chart zeigen.



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