Sars unter Kontrolle Lufthansa fliegt wieder verstärkt nach Asien

Das Schlimmste scheint überwunden. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, die Lungenkrankheit Sars sei weltweit unter Kontrolle, will jetzt auch die Lufthansa ihr Flugangebot nach Asien wieder aufzubauen.


Auf nach Asien: Die Lufthansa fliegt wieder
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Auf nach Asien: Die Lufthansa fliegt wieder

Frankfurt/Hongkong/Toronto - Schon ab Juli sollen wieder verstärkt asiatische Ziele angeflogen werden. "Die Talsohle der Krise im Verkehrsgebiet Asien-Pazifik scheint durchschritten. Wir hoffen jetzt auf eine rasche Normalisierung des Geschäftsreiseverkehrs und einen stetigen Anstieg der Nachfrage in die Region", sagte der neue Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.

Die chinesische Hauptstadt solle ab Juli fünf mal wöchentlich anstatt derzeit drei mal angeflogen werden. Nach Hongkong solle die Anzahl der Flüge von fünf pro Woche auf täglich aufgestockt werden. Ab August solle auch die Verbindung nach Peking wieder täglich bestehen.

Die Luftfahrtbranche leidet weltweit bis heute unter den Folgen der Anschläge vom 11. September 2001. Zudem belasteten zu Jahresbeginn die anhaltend schwache Konjunktur sowie die Buchungseinbußen in Folge des Irak-Krieges und Sars. Die Lufthansa hatte deshalb bereits angekündigt nach einem schwachen ersten Quartal auch für das Gesamtjahr einen operativen Verlust zu erwarten.

In den vergangenen Wochen sei die Nachfrage auf einigen Asien-Strecken um bis zu 86 Prozent eingebrochen, hieß es in der Lufthansa-Mitteilung. Deswegen sei das Angebot in die Region stark reduziert worden.

Die WHO hatte am Dienstag die wegen Sars verhängte Reisewarnung nach Taiwan aufgehoben und erklärt, die lebensbedrohliche Lungenkrankheit sei weltweit unter Kontrolle gebracht worden. Peking blieb allerdings weltweit der einzige Ort, vor dessen Besuch Reisende wegen Sars weiterhin gewarnt werden.

Am Montag will die WHO die Sars-Epidemie in Hongkong für beendet erklären. WHO-Sprecher Peter Cordingley sagte der Nachrichtenagentur AP, die chinesische Sonderverwaltungszone werde mit Beginn der neue Woche von der Liste der von Sars betroffenen Gebiete gestrichen, "wenn es nicht in letzter Minute zu Problemen kommt". Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Hongkong hatten Labortests bei einem möglicherweise an Sars erkrankten Patienten keine Hinweise auf eine Infektion mit der Lungenkrankheit ergeben.

Gesundheitsminister Yeoh Eng-kiong erklärte, der morgige Sonntag wäre damit der 20. Tag ohne eine Neuinfektion; ein wichtiges Kriterium für die Streichung von der WHO-Liste wäre damit erfüllt. In Hongkong starben 296 Menschen an Sars, 1755 erkrankten.

Die Zahl der Sars-Todesopfer in Kanada stieg indes auf 36, nachdem am Freitag ein 45-jähriger Mann der Lungenkrankheit erlag. Das teilte das Gesundheitsministerium der Provinz Ontario mit. In Toronto, dem am schwersten von Sars betroffenen Gebiet außerhalb Asiens, gibt es zurzeit 28 mögliche Sars-Patienten. 16 davon befinden sich nach Angaben des Ministeriums in kritischem Zustand.



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