Saudi-Arabien Cola aus heiligem Brunnen schlägt Coke und Pepsi

Aus Protest gegen die Nahost-Politik der USA trinken die Saudis nur noch politisch korrekte Cola. Die iranische Samsam entwickelt sich zum Verkaufsschlager


Riad - Auch im Nahen Osten gilt: Image ist alles. Und mit dem ist es in Saudi-Arabien bei den amerikanischen Brausen Coca-Cola und Pepsi momentan nicht zum Besten bestellt. Seit Anfang des Jahres läuft in dem arabischen Königreich eine Kampagne, die zum Boykott amerikanischer Produkte aufruft und den US-Exporteuren seit Jahresanfang Umsatzeinbußen von mehr als 40 Prozent beschert hat. Die Saudis werfen den USA vor, im Nahost-Konflikt einseitig die Israelis zu unterstützen.

Die Wurzeln garantieren den geschäftlichen Erfolg der Islam-Cola: König Fahd-Stadion in Riad
DPA

Die Wurzeln garantieren den geschäftlichen Erfolg der Islam-Cola: König Fahd-Stadion in Riad

Nutznießer der Kampagne ist vor allem die iranische Samsam-Cola. Die Nachfrage nach der "islamischen Alternative" zu Pepsi und Coke habe sich in den letzten Wochen auf zwölf Millionen Dosen verdreifacht, sagte der Chef des saudi-arabischen Getränkevertriebs. Die islamische korrekte Brause ist neben Saudi-Arabien auch in Bahrain, Irak, Pakistan und einigen afrikanischen Ländern erhältlich. Das Unternehmen will seine Cola jedoch auch in anderen Ländern anbieten. Solange die anti-amerikanische Stimmung anhält, stehen die Chancen für Samsam gut, die Lücke auszufüllen, die das Original aus den USA hinterlässt.

Demonstrativ will sich der Hersteller denn auch über den Namen seines Produkts von der amerikanischen Konkurrenz absetzen. Samsam-Cola ist nach einem heiligen Brunnen nahe dem muslimischen Heiligtum und Pilgerort Mekka benannt.



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