Reichen-Ranking Saudischer Prinz will sich auf "Forbes"-Liste nach oben klagen

Wer auf der "Forbes"-Liste auftaucht, ist Milliardär und gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Der saudische Prinz Walid Bin Talal allerdings sieht sich auf Platz 26 zu niedrig eingestuft - und zieht jetzt vor Gericht wegen "Geringschätzung".
Prinz Walid Bin Talal: Klage gegen "Forbes" wegen Geringschätzung

Prinz Walid Bin Talal: Klage gegen "Forbes" wegen Geringschätzung

Foto: Lucas_Dolega/ dpa

London - Wenn das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" alljährlich die wohlhabendsten Menschen der Welt in seinem Reichen-Ranking  auflistet, versuchen viele, ihr tatsächliches Vermögen klein zu halten. Nicht so der saudische Prinz Walid Bin Talal. Der britischen Zeitung "Guardian" zufolge  klagt er vor einem Londoner Gericht gegen das Magazin wegen "Geringschätzung". Sein Vermögen sei in Wahrheit um fast 10 Milliarden US-Dollar größer als die von "Forbes" geschätzten 20 Milliarden Dollar.

Der Prinz, bisher auf Platz 26 in der Liste der reichsten Menschen der Welt, hält die Unterbewertung von "Forbes" laut "Guardian" für Absicht. Sie entspringe einer grundsätzlichen Parteilichkeit gegen saudi-arabische Geschäftsleute. Der "Guardian" hatte nach eigenen Angaben Einsicht in Gerichtsdokumente. Walid Bin Talal wird häufig als der einflussreichste Geschäftsmann im Nahen Osten beschrieben.

Zum Vermögen des Prinzen gehören über seine Investmentfirma Kingdom Holding unter anderem große Aktienpakete von Firmen wie Twitter, Apple und dem Murdoch-Konzern News Corp. sowie das Londoner Nobelhotel Savoy. Der Saudi ist für seinen aufwendigen Lebensstil bekannt: In seiner privaten Boeing 747, die auf den Namen "der fliegende Palast" getauft wurde, steht ein goldener Thron.

"Forbes" will einer Stellungnahme zufolge bei seiner Darstellung bleiben und zeigte sich "überrascht", dass der Prinz den juristischen Weg in London einschlagen will. Das Magazin teilte mit, dass es das Vermögen gemäß der Werte der Investitionen der Kingdom Holding berechne und nicht anhand der Kurse der Aktien an der saudi-arabischen Börse. Angeblich seien die Kurse jedes Jahr während der Datenerhebung für die Reichenliste unerklärlicherweise gestiegen.

nck/dpa