Pandemie und Pilotenstreik Scandinavian Airlines bangt um seine Zukunft

In der Coronapandemie geriet die Fluglinie SAS in finanzielle Schwierigkeiten. Anfang Juli legten die Piloten ihre Arbeit nieder, tausende Flüge fielen aus. Nun fürchtet das Unternehmen das Aus.
SAS-Flugzeug über Paris: Angst vor der Insolvenz

SAS-Flugzeug über Paris: Angst vor der Insolvenz

Foto: REUTERS

Die Fluggesellschaft Scandinavian Airlines (SAS) sieht sich wegen des derzeitigen Streiks ihrer Piloten in ihrem Überleben bedroht. »Der Streik setzt den Erfolg des Chapter-11-Verfahrens und letztlich das Überleben des Unternehmens aufs Spiel«, erklärte SAS-Chef Anko van der Werff. Die finanziell angeschlagene Airline hat in den USA ein sogenanntes Chapter-11-Insolvenzverfahren beantragt, um sich vor ihren Gläubigern geschützt umzustrukturieren.

Die SAS-Piloten hatten am 4. Juli nach gescheiterten Tarifverhandlungen ihre Arbeit niedergelegt. Sie protestieren damit gegen geplante Gehaltskürzungen, die nach ihren Angaben bis zu 30 Prozent betragen könnten. Die Gewerkschaften fordern außerdem, dass Piloten, die während der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, wieder bei SAS Scandinavia eingestellt werden, anstatt sich mit neuen Mitarbeitern um Stellen mit weniger attraktiven Bedingungen bei Tochterfirmen des Unternehmens bewerben zu müssen. Tags darauf beantragte das Unternehmen, deren Haupteigentümer die Regierungen der Länder Schweden und Dänemarks sind, das Insolvenzverfahren in den USA.

Finanzielle Schwierigkeiten in der Pandemie

Der Ausstand kostet die Airline nach eigenen Angaben zwischen neun und zwölf Millionen Dollar täglich. In den vergangenen zehn Tagen seien so bereits über eine Milliarde schwedische Kronen (94 Millionen Euro) an Kosten entstanden. Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Unternehmensleitung führten bisher zu keiner Lösung. So wurden laut SAS seitdem mehr als 2500 Flüge gestrichen, wovon insgesamt 270.000 Passagiere betroffen waren. Mehr als 60 Prozent der Verbindungen fielen aus.

SAS ist wie viele Unternehmen der Branche im Zuge der Coronapandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Airline beschäftigt knapp 7000 Menschen vor allem in Schweden, Norwegen und Dänemark, darunter sind rund 900 Pilotinnen und Piloten.

rai/AFP
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