Scheidender Fed-Chef Greenspans letzte Zinserhöhung

Ein letztes Mal beschäftigt Alan Greenspan heute die internationalen Finanzmärkte. Nach Einschätzung von Ökonomen wird der scheidende US-Chefnotenbanker den Leitzins zum 14. Mal in Folge anheben.


Washington - Die Zinserhöhung um 0,25 auf dann 4,50 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Nach zuletzt positiven Konjunkturdaten könnte die US-Notenbank Fed einen weiteren Schritt für März andeuten.

Chefnotenbanker Greenspan: Letzte Sitzung nach 18 Jahren
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Chefnotenbanker Greenspan: Letzte Sitzung nach 18 Jahren

Ob die Fed damit ihren Zinsgipfel im laufenden Zyklus bereits erreicht hat, ist unter Experten allerdings strittig. Die Deutsche Bank sieht den Höhepunkt erst bei fünf Prozent erreicht. Der DekaBank zufolge wird sich die Fed alle Optionen offen halten. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Stellungnahme der Notenbank "konkrete Hinweise auf den für die nähere Zukunft geplanten Kurs der Geldpolitik enthalten wird". Die Fed werde ihre Entscheidungen zunehmend von der Entwicklung aktueller Konjunkturdaten abhängig machen.

Die Sitzung des Offenmarktausschusses der Notenbank ist zugleich die letzte unter der Führung von Alan Greenspan. Er scheidet heute nach mehr als 18 Jahren aus seinem Amt aus. Sein Nachfolger wird der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident George W. Bush, Ben Bernanke. Beobachter erwarten durch den Führungswechsel keine radikale Kursänderung in der Geldpolitik.

Die Ära Alan
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Bush hat unterdessen den Stanford-Professor Edward Lezear zu seinem neuen Wirtschaftsberater ernannt. Der 57-Jährige soll die Nachfolge von Bernanke antreten, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte.

Lezear ist Professor an der Handelsschule der renommierten Stanford-Universität und Mitglied der Hoover Institution, einem republikanischen Think Tank für Politik- und Wirtschaftsfragen. Er war unter anderem Mitglied in der von Bush eingesetzten Steuerreform-Kommission. Lezears Nominierung muss noch vom US-Senat bestätigt werden.



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