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Scheitert DAL-Sanierer Wielens?

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aus DER SPIEGEL 39/1984

Die Sanierung der ehemals größten europäischen Leasinggesellschaft Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) kommt nicht voran. Zwölf Monate nach seinem Amtsantritt kann der von der Westdeutschen Landesbank (DAL-Anteil 30 Prozent) nach Mainz entsandte Statthalter Hans Wielens noch immer keine Erfolge vorweisen. Im Gegenteil: Im ersten Halbjahr 1984 stieg das Minus aus dem laufenden Geschäftsbetrieb auf 37 Millionen Mark - ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch das Neugeschäft wird immer dünner; Wielens wickelt in der Hauptsache ältere Aufträge ab. Der rheinlandpfälzische Sparkassenpräsident Dieter Braun-Friderici bezeichnete die DAL bereits als »Auslaufgesellschaft«. Am meisten jedoch schockiert die DAL-Eigentümer, neben der WestLB die Landesbanken aus Frankfurt, Mainz und München, daß Wielens die für drohende Ausfälle und Verluste notwendigen Rücklagen auf rund 1,5 Milliarden Mark hochgerechnet hat. Eine genaue Bilanz konnten die Wirtschaftsprüfer bisher nicht aufstellen, da Wielens - wie aus internen Landesbankprotokollen hervorgeht - zu viele Spitzenkräfte und Mitarbeiter aus der Abteilung Rechnungswesen entlassen hat. Auf ihrer Aufsichtsratssitzung am 1. Oktober wollen einige DAL-Kontrolleure deshalb über eine vorzeitige Ablösung des Sanierers diskutieren, der ohnehin nur bis April bleiben will.

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