Schifffahrt Frachttransporte zwischen Asien und Europa schrumpfen

Panik unter Reedern: Erstmals seit sieben Jahren gehen die Frachttransporte auf den Seewegen von Asien nach Europa zurück. Experten sehen darin ein Zeichen für einen bevorstehenden Konjunkturabschwung in Europa.

Hamburg - Zum ersten Mal seit 2001 sind die Transporte von Asien nach Europa im Juni geschrumpft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Far Eastern Freight Conference, eine Organisation von Reedern, die 70 Prozent des Verkehrs auf der Strecke abdeckten. So wurden im Juni 542.578 Container auf dieser Strecke transportiert - 2624 weniger als vor einem Jahr. Das Minus sei mit 0,48 Prozent zwar gering ausgefallen, aber der Trend alarmiere die gesamte Industrie. Ende 2007 hatte die Organisation noch ein Plus von 19 Prozent prognostiziert.

Spielzeug, Elektronik oder Kleidung für das Weihnachtsgeschäft in Deutschland wird überwiegend in Asien produziert und in den Sommermonaten auf dem Seeweg nach Europa gebracht.

Die geringere Nachfrage nach Schiffstransporten drückte auch auf die Preise für Frachtleistungen. Der maritime Branchendienst Lloyd's List zitiert den Finanzchef der an der Hongkonger Börse gelisteten Reederei OOIL, der einen dramatischen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr 2008 bekanntgab. Das Unternehmen berichtete, dass die Frachtraten auf der Strecke Asien-Europa in den vergangenen drei Wochen drastisch gefallen seien. Inzwischen würden große europäische Importeure beachtliche Nachlässe für den Transport fordern. Nach Angaben von Lloyd's List herrsche bei den Reedern inzwischen Panik.

Grund für die schwierige Lage der Reedereien sind nicht nur die sich abkühlende Weltwirtschaft und der zurückgehende Konsum, sondern auch Überkapazitäten bei den Reedereien. In Zeiten des Wirtschaftsbooms wurden viele neue Schiffe in Auftrag gegeben, um den wachsenden Warenverkehr bewältigen zu können. Jetzt gehen Experten davon aus, dass es zu große Kapazitäten gebe.

kaz

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.