Schlechte Prognose für 2007 IWF glaubt nicht an deutsches Boomjahr

Eigentlich schien alles in Ordnung. Die Forschungsinstitute schraubten ihre Wachstumsprognosen immer weiter nach oben, auch die Regierung ist super-optimistisch. Nun verpasst der IWF den Deutschen einen Dämpfer: Gerade mal 1,8 Prozent Wachstum prognostiziert die Organisation.


Hamburg - Die verhaltene Prognose begründet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Punkte auf 19 Prozent Anfang des Jahres, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Die Aussichten für das nächste Jahr sind nicht viel besser. 2008 werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 Prozent wachsen.

Die "FTD" beruft sich auf den abschließenden Entwurf des Weltwirtschaftsberichts der Organisation. Den will der IWF in der kommenden Woche im Rahmen der Frühjahrestagung in der US-amerikanischen Hauptstadt vorstellen. Der "World Economic Outlook" gilt als eines der wichtigsten volkswirtschaftlichen Gutachten.

Die Prognosen, die darin für die Bundesrepublik abgegeben werden, stehen in krassem Widerspruch zu dem Optimismus Deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute. Viele haben in den vergangenen Monaten ihre Vorhersagen mehrmals angehoben – das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hält nun 2007 2,8 Prozent Wachstum für wahrscheinlich. Das Münchner Ifo-Institut berechnete immerhin knapp zwei Prozent. Das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) korrigierte jüngst die ursprüngliche Aussage von 1,9 Prozent auf 2,3 Prozent nach oben.

Auch die Bundesregierung sieht am Anfang eines lang anhaltendes Booms: Ihre Konjunkturexperten rechnen nach SPIEGEL-Informationen für dieses und das nächste Jahr mit einem Wachstum von jeweils mehr als zwei Prozent.

USA zieht anderen Länder nicht mit in die Krise

Die US-Volkswirtschaft wird nach Einschätzung des IWF in diesem Jahr nur um rund 2,2 Prozent wachsen. Das sind 0,4 Punkte weniger als noch Ende Februar erwartet und 1,1 Punkte weniger als 2006. Trotz eingetrübter Aussichten in den USA erwarten die Experten weiter ein kräftiges Wachstum der Weltwirtschaft von 4,9 Prozent.

Die Abschwächung in den Vereinigten Staaten ist nach Einschätzung der Experten aber nur temporär. 2008 werde die Wirtschaftsleistung der USA wieder um 2,8 Prozent steigen. In Japan soll die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,3 Prozent wachsen. Damit hat die Konjunktur dort ihren Höhepunkt erreicht: Für 2008 erwartet der IWF nur noch ein Wachstum von 1,9 Prozent.

ase/dpa



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